Bildung

Berliner Schulen bekommen einen Manager

Experten sollen für Verwaltung, Instandhaltung und die Reinigungsdienste zuständig sein

In den kommenden Wochen werden die ersten Berliner Schulen zusätzliche Verwaltungsleiter bekommen. Die Manager sollen die Schulleiter bei der Verwaltung von Personalbudgets unterstützen, bei der Verhandlung mit Reinigungsfirmen und Handwerkern, bei Bauvorhaben oder im Umgang mit Sonderprogrammen. Den Start des neuen Projektes kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag auf dem Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Sanierungsfall Schule“ an.

Zunächst sollen etwa 30 Schulen von den Verwaltungsexperten profitieren. In Frage kommen nach Informationen der Berliner Morgenpost vor allem Schulen mit mehr als 900 Schülern. Damit setzt die Bildungssenatorin um, was bereits im rot-schwarzen Koalitionsvertrag Ende 2011 auf Drängen der CDU beschlossen worden war: Für mehr Eigenverantwortung der Berliner Schulen sollen demnach die Schulsekretariate gestärkt und Verwaltungsleiter eingesetzt werden. Für die zusätzlichen Stellen sind 900.000 Euro im Haushalt eingeplant. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Hildegard Bentele, fordert, dass künftig auch Lehrer, die wegen einer langen Erkrankung nicht mehr vor einer Klasse stehen können, auf eigenen Wunsch für diese Aufgabe eingesetzt werden können.

Gunilla Neukirchen, Vorsitzende der Berliner Schulleitervereinigung, begrüßt das Projekt. „Ich sehe das als Pilotphase“, sagt sie. Langfristig müsse es das Ziel sein, alle Berliner Schulen mit Verwaltungsleitern auszustatten, damit sich die Schulleiter und Lehrer wieder stärker auf die inhaltliche pädagogische Arbeit konzentrieren können, so die Schulleiterin des Lankwitzer Beethoven-Gymnasiums.

Um die Reinigung der Schulen zu verbessern, ist auf Initiative der Senatsbildungsverwaltung eine Arbeitsgruppe gegründet worden, die Empfehlungen bei der Ausschreibung der Reinigungsaufträge entwerfen soll. Auch das gab die Bildungssenatorin beim Morgenpost-Leserforum am Zehlendorfer Schadow-Gymnasium bekannt. Dabei soll ein rechtssicheres Leistungsverzeichnis für die Reinigungsarbeiten an Schulen erarbeitet werden, so Sandra Scheeres.

Nach der drohenden Schließung einer Schule in Friedrichhain-Kreuzberg wegen unhaltbarer hygienischer Zustände, hatte der zuständige Stadtrat Peter Beckers (SPD) berlinweite Standards gefordert. Bei dem Leserforum wünschte sich Beckers, der selbst Mitglied der neuen Arbeitsgruppe ist, Musterausschreibungen, die dann von allen Bezirken genutzt werden können. In der Arbeitsgruppe Schulreinigung arbeiten insgesamt 23 Experten an der Lösung des Problems, darunter Schulstadträte von mehreren Bezirken, Vertreter der Reinigungsfirmen, der Berliner Gewerkschaften, der Bildungsverwaltung und der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Bereits beim Schulessen hatte Bildungssenatorin Scheeres die Bezirke an einen Tisch geholt und gemeinsam mit ihnen Ausschreibungen mit einheitlichen Qualitätsstandards erarbeitet.