Wissenschaft

Humboldts Tagebücher sind zu Hause

Sie gelten als „zweite Entdeckung Amerikas“: Die Reisetagebücher von Alexander von Humboldt (1769-1859) wurden am Dienstag erstmals der Öffentlichkeit in Berlin präsentiert.

Mit einem Festakt wurde „ein überaus sympathischer Teil des preußischen Erbes“ gewürdigt, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Die Bücher seien endlich wieder zu Hause angekommen.

Bei den „Dokumenten von Weltrang“, wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) in der Staatsbibliothek Unter den Linden betonte, handelt es sich um Reisetagebücher, die in Deutsch und Französisch verfasst wurden und 4000 Seiten umfassen. Die neun in Leder gebundenen Bände waren während der Expedition von 1799 bis 1804 entstanden, die den in Berlin geborenen Alexander von Humboldt durch Länder Nord- und Südamerikas führte. Die Dokumente wurden vergangenes Jahr für 13 Millionen Euro von einem Humboldt-Nachfahren erworben.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) kündigte an, dass ihr Haus ein Forschungsprojekt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Universität Potsdam mit drei Millionen Euro fördern werde, um „die Tagebücher inhaltlich und materiell zu erschließen“. Alexander von Humboldt sei „einer der letzten großen Universalgelehrten, die in der Suche nach wissenschaftlicher Erkenntnis nach dem großen Ganzen gefragt haben“.