Bildung

Neue Rangliste: Die beliebtesten Schulen in Berlin

Anmeldungen übersteigen Plätze teilweise deutlich. Begehrteste Schulen in Friedrichshain und Spandau

Das gefragteste Berliner Gymnasium ist in diesem Jahr das Andreas-Gymnasium in Friedrichshain-Kreuzberg. Für 96 Plätze in den siebten Klassen haben sich 158 Schüler angemeldet. Die beliebteste Sekundarschule ist die Martin-Buber-Oberschule in Spandau. 156 Plätzen stehen dort 315 Anmeldungen gegenüber.

Beide Schulen haben es sich zum Ziel gemacht, jeden Schüler optimal zu fördern. In ihren Schulprogrammen steht die Vermittlung einer breiten Allgemeinbildung im Vordergrund.

Insgesamt haben sich in Berlin 20.511 Schüler an den öffentlichen Gymnasien und integrierten Sekundarschulen angemeldet. Der Anmeldezeitraum für das Schuljahr 2014/15 endete am vergangenen Dienstag. Vergleicht man die Liste der nachgefragten Schulen mit der des vergangenen Jahres, wird deutlich, dass viele Eltern taktisch vorgegangen sind. Um eine Ablehnung zu vermeiden, haben sie Schulen, die im vergangenen Jahr besonders nachgefragt waren, eher nicht in Betracht gezogen. Einige andere Schulen verzeichnen hingegen deutlich mehr Anmeldungen als im Vorjahr. Dazu gehört zum Beispiel die Robert-Jungk-Schule in Charlottenburg-Wilmersdorf. Auf 150 Plätze gab es 240 Anmeldungen. Für Paul Schuknecht, Leiter der benachbarten Friedensburg-Sekundarschule, ist die Jungk-Schule ein Beispiel für das taktische Anmeldeverhalten der Eltern. Seine Schule habe zwar immer noch mehr Anmeldungen als Plätze, das Verhältnis sei aber nicht mehr so krass wie in den Jahren zuvor, sagte er. „Viele Eltern sind offenbar an die Robert-Jungk-Schule ausgewichen.“

Laut Bildungsverwaltung meldeten sich 58 Prozent der Schüler an Sekundarschulen an. 43 Prozent wollen am Gymnasium lernen. An 80 der insgesamt 122 Sekundarschulen sind demnach noch 1348 Plätze frei. An 66 von 91 Gymnasien stehen noch 1131 Plätze zur Verfügung.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) äußerte sich zufrieden darüber, dass das neue Anmeldeverfahren sich gut etabliert hat. Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es in Berlin im Oberschulbereich nur noch zwei Schulformen, das Gymnasium und die Sekundarschule. „Erfreulich ist, dass sich auch in diesem Jahr die Anmeldungen gleichmäßig verteilen“, sagte Scheeres. Dabei hätten die weiterführenden Schulen dieses Mal rund 700 Anmeldungen mehr als im Vorjahr zu verkraften gehabt.

Die neusten Zahlen zeigen auch, dass beim Übergang von der Grund- an die Oberschule die Sekundarschulen besonders gern ausgewählt werden. So haben sich 17 Prozent der Schüler mit einer Gymnasialempfehlung für eine Sekundarschule entschieden. Umgekehrt wollen es nur 13,5 Prozent der Schüler mit Sekundarschulempfehlung am Gymnasium versuchen.

Der Vorsitzende des Verbandes der Oberstudiendirektoren, Ralf Treptow, sprach angesichts der jüngsten Anmeldezahlen von einem Erfolg der Berliner Schulstrukturreform. Die Quoten lägen im Bereich der Vorjahre und hätten sich weiter stabilisiert. „Die Berliner nehmen das Zwei-Säulen-Modell an und wissen sowohl das Gymnasium als auch die Sekundarschule zu schätzen“, so Treptow.