Diebstahl

Durch die Blume

Hobbygärtner von Nordrhein-Westfalen bis Bayern, von Frankreich bis Österreich sind aufgeschreckt.

Reihenweise wurde in den vergangenen Monaten ein kurioses Phänomen gemeldet, glaubt man diversen Medienberichten aus ganz Europa: Hortensien-Diebe gehen um. Überall schneiden sie die dekorativen Gewächse ab und lassen sie mitgehen. Blumenlos und vor allem ratlos stehen die bestohlenen Pflanzenliebhaber danach vor ihren leeren Beeten – sogar die Polizei wurde mancherorts alarmiert. Etwa in Nordfrankreich ist laut Bericht des britischen „Guardian“ die Gendarmerie auf der Spur einer „Hortensien-Gang“, die in der Region Nord-Pas-de-Calais ihr Unwesen treibt.

Was steckt nur hinter dem floralen Diebstahl? Jedenfalls niemand, der seiner Mutter einen Blumenstrauß zusammenstellt. Nein, die Diebe sind höchstwahrscheinlich Kiffer. Denn der Hortensie wird tatsächlich eine berauschende Wirkung nachgesagt. „Beim Herumexperimentieren mit Drogen stoßen einige auch auf Hortensien. Es muss extrem grauslich schmecken und geringe Wirkung haben, sodass es bei den meisten bei dem einen Mal bleibt“, zitiert die österreichische Internetseite „Nachrichten.at“ einen Facharzt für Suchtmedizin. Der französische Gendarmerie-Hauptmann Frédéric Evrard vermutet, „dass mit der Krise die Menschen sich natürlichen Produkten zuwenden, weil synthetische teurer sind“. Ungefährlich sind die Blumenjoints aber nicht, vor allem wegen der enthaltenen Blausäure, wie Mediziner warnen. Also in jedem Fall die Finger davon lassen. Da freuen sich auch die Hobbygärtner.