Justiz

418 Millionen Euro Schaden durch Internet-Kriminalität in Berlin

Internetkriminalität verursacht allein in Berlin jedes Jahr einen Schaden in Höhe von 418 Millionen Euro.

Das geht nach Angaben von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) aus dem jüngsten EU-Kriminalitätsbericht hervor. „Zu behaupten, es gebe kein Problem mit der Internetkriminalität, ist absurd“, sagte Heilmann am Donnerstag. Jeder Internetnutzer sei regelmäßig von Betrugsversuchen oder sogenannten Phishing-Mails betroffen, die durch Schadsoftware ungefragt Daten aus Computern ziehen.

Um die Herausforderungen der Kriminalität durch Internetbetrüger zu bewältigen, hat der Senat angekündigt, den Kampf dagegen zu verschärfen. Dabei kommt es laut Heilmann vor allem darauf an, Bundesgesetze zu ändern, um Datenklau im Internet unter Strafe zu stellen. Außerdem sollen die Internetnutzer besser als bisher über die mögliche Gefährdung ihres Internetzugangs informiert werden.

Schließlich richtet die Berliner Staatsanwaltschaft eine eigene Abteilung zur Bekämpfung der Internetkriminalität ein. In diesem Jahr sollen dafür fünf neue Stellen geschaffen werden. Außerdem hat das Parlament zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt, um Sachverständige außerhalb der Verwaltung zu engagieren.

Die Berliner Verwaltung ist den Angaben der Justizverwaltung zufolge bislang von gezielten Cyber-Attacken verschont geblieben. Seit 2010 verzeichneten die Computerexperten des Landes keine Angriffe aus dem Netz auf die Berliner Server. Allerdings könnte sich die Situation in den kommenden Monaten verschärfen. Zwei Drittel der Computer in den Verwaltungen laufen mit dem Betriebssystem Windows XP, für das der Hersteller Microsoft im April die Unterstützung einstellt. Die Grünen werfen dem Senat vor, sich nicht rechtzeitig um entsprechende Aktualisierungen gekümmert zu haben. „Bis heute gibt es die vom Senat angekündigte Taskforce gegen die digitalen Sicherheitsgefahren nicht“, kritisierte der Verwaltungsexperte der Fraktion, Thomas Birk. Er fordert eine Umstellung der Computer in der öffentlichen Verwaltung auf unabhängige, sogenannte Open-Source-Programme nach dem Vorbild Münchens, um sich von den Erneuerungsfristen der großen Hersteller wie Microsoft unabhängig zu machen.