Immobilien

Mieten steigen um sieben Prozent

Angebot immer knapper: Mehr als 20.000 neue Haushalte, aber nur 5400 neue Wohnungen

Die Mieten in Berlin sind im Jahr 2013 erneut gestiegen. Im Mittel wurden Mietwohnungen für 8,02 Euro pro Quadratmeter (kalt) angeboten. Damit waren sie 52 Cent beziehungsweise knapp sieben Prozent teurer als im Vorjahr. Das geht aus dem Wohnmarkt-Report Berlin hervor, den das Immobilienunternehmen GSW und das Beratungsunternehmen CBRE am Mittwoch vorgelegt haben. Da die Wohnungsnachfrage deutlich schneller wächst als das Angebot, gehen die Analysten der Unternehmen davon aus, dass dieser Trend sich 2014 fortsetzen wird.

Konkret geht es dabei um die sogenannten Angebotsmieten, also jene Mieten, zu denen aktuell Wohnungen angeboten werden. Besonders auffällig: Erstmals hat sich Friedrichshain-Kreuzberg als Spitzenreiter vor dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf platziert. Wer 2013 einen Mietvertrag im Szenebezirk abgeschlossen hat, musste dafür rund einen Euro pro Quadratmeter mehr zahlen als noch im Vorjahr. Die Angebotsmieten stiegen um knapp zwölf Prozent auf genau zehn Euro. Es folgen Charlottenburg-Wilmersdorf mit 9,45 Euro und Mitte mit 9,09 Euro. Am wenigsten kosten neu zu vermietende Wohnungen nach wie vor in Marzahn-Hellersdorf (5,46 Euro pro Quadratmeter), in Spandau (6,29 Euro) und in Reinickendorf (6,61 Euro).

„Die Mieten steigen zwar weiter, aber nicht mehr ganz so dynamisch wie im Jahr 2012“, sagte Jörg Schwagenscheidt, GSW-Vorstandsmitglied. 2012 waren die Angebotsmieten um rund 14 Prozent gestiegen. „In den letzten Jahren zeigte sich in Berlin eine enorme Aufholjagd. Nun wird die Miete von Angebot und Nachfrage bestimmt.“ So gab es im vergangenen Jahr lediglich knapp 50.000 angebotene Wohnungen auf dem Berliner Markt – rund 15.000 weniger als 2012. Die zunehmende Verknappung sei vor allem auf die stark wachsende Bevölkerung zurückzuführen, so Michael Schlatterer von CBRE. Von Juni 2012 bis Juni 2013 wuchs die Berliner Bevölkerung um fast 50.000 Einwohner. Mehr als 20.000 neue Haushalte sind entstanden. „Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen erhöhte sich zwar, lag mit zuletzt rund 5400 im Jahr jedoch weit unter der Nachfrage“, so Schlatterer. Immerhin: 2013 wurde der Bau von 7600 Wohnungen genehmigt, davon 5718 in Mehrfamilienhäusern. Erfahrungsgemäß, so Schlatterer, würden davon jedoch nur 60 Prozent auch innerhalb des kommenden Jahres realisiert.

Auch in den kommenden Jahren werde die Zahl der projektierten Bauvorhaben nicht reichen, um das Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot auszugleichen, schätzt der Experte. In der Studie sind berlinweit 250 Projekte erfasst worden, in denen bis 2016 rund 18.000 Wohnungen entstehen sollen – jedoch nach wie vor hauptsächlich im Eigentumsbereich.

„Neubauprojekte gibt es inzwischen in allen zwölf Bezirken“, sagt Schlatterer. Der Schwerpunkt des Geschehens liege weiterhin in der Innenstadt: Mit mehr als 4600 Einheiten seien die meisten Wohnungen in Mitte vorgesehen. Es folge Lichtenberg. Allerdings seien weit über die Hälfte der geplanten Wohnungen dort Einfamilienhäuser. Mit fast 1200 geplanten Geschosswohnungen würden hier aber auch mehr Wohneinheiten gebaut als in jedem anderen Bezirk außerhalb des S-Bahn-Rings. Jeweils mehr als 2000 Wohnungen werden darüber hinaus in Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow errichtet.