Außenpolitik

Kurswechsel in Iran: Präsident Ruhani umwirbt den Westen

Der iranische Präsident Hassan Ruhani macht Tempo beim Wiederaufbau der Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland.

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos warb er offensiv um Investoren. Sein Land habe das Potenzial, zu einer der zehn größten Wirtschaftsmächte der Welt zu werden, sagte er und verwies auf die enormen Reserven an Erdöl. Teheran biete seine Zusammenarbeit für eine sichere Energieversorgung an. Ruhani verwies auch Gespräche mit führenden Vertretern von Ölkonzernen wie Shell, BP, Total und ExxonMobil über deren Rückkehr in den Iran. „Wir werden den Unternehmen zeigen, welch lukrativer Markt auf sie wartet“, sagte Ölminister Bijan Namdar Zangeneh.

Seit Ruhani im vergangenen Jahr das Amt übernahm, setzt er sich für eine Normalisierung der Beziehungen zum Ausland ein. Unter seinem Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad hatte der Westen massive Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt. Das stürzte das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise. In der Amtszeit Ahmadinedschads von 2005 bis 2013 verlor die iranische Währung die Hälfte an Wert.

Die Aufhebung der Sanktionen ist eines der Hauptziele von Ruhani. Zu Wochenbeginn traten als Folge des im November verhandelten Atomabkommens die ersten Erleichterungen in Kraft. So darf der Iran den Export von petrochemischen Produkten wieder aufnehmen. Im Gegenzug setzt die Islamische Republik Teile ihres Atomprogramms aus.

Große Chancen rechnet sich auch die deutsche Wirtschaft durch die Öffnung des Iran aus. Deutsche Industriegüter seien im Iran sehr begehrt, sagte etwa Lufthansa-Chef Christoph Franz. Davon werde auch die Lufthansa profitieren. Die Tochter Austrian Airlines hat bereits angekündigt, von März an wieder die Verbindung zwischen Wien und Teheran aufzunehmen.