Frühkritik

Komische Oper zeigt „Der feurige Engel“ schmerzvoll interpretiert

Prokofjews „Der feurige Engel“ ist sowieso schon ein hartes Stück Oper. Es geht um eine Frau, die von einer Engelsgestalt besessen ist.

Regisseur Benedict Andrews wählt für sein Debüt an der Komischen Oper in Mitte eine schmerzvolle Lesart: In einem kargen Zimmer steht der Pfarrer mit Flügeln auf dem Rücken und einem Benzinkanister. Vor ihm ein kleines Mädchen. Andrews erzählt die Geschichte einer Traumatisierung bis in den Tod. Und beschreibt die unmögliche Liebe zwischen Renate (Svetlana Sozdateleva) und Ruprecht (Evez Abdulla). Der Abend berührt leider kaum, was auch an den zurückgenommenen Leidenschaften des von Henrik Nanasi geleiteten Orchesters liegt. Wohingegen auf der Bühne psychologisiert wird auf Teufel komm’ raus, auch, weil die beiden Hauptfiguren als sechsfach gespaltene Persönlichkeiten auftreten. Es ist eine gelungene Inszenierung. Am Ende sehen sich alle gefeiert, auch der Regisseur. Die ausführliche Kritik lesen Sie morgen.