Sozialbetrug

Früher Helden, heute Betrüger

Polizisten und Feuerwehrleute vom 11. September tricksen bei der Rente

Am 11. September 2001 gehörten sie zu den New Yorker Helden – Polizisten und Feuerwehrleute, die unter Einsatz ihres Lebens anderen Menschen das Leben gerettet hatten. Aber nun haben es ein paar Helden von einst geschafft, alle Helfer in Misskredit zu bringen. Mehr als hundert Personen, zu einem großen Teil Polizisten und Feuerwehrleute, sind in New York wegen massiven Sozialbetrugs angeklagt worden. Sie sollen über Jahre zu Unrecht Invalidenrenten bezogen haben – vielfach als Folge von Einsätzen nach den Terroranschlägen.

Der Schaden soll sich auf viele Millionen Dollar belaufen. „Viele Beteiligte haben zynischerweise Forderungen wegen geistiger Erkrankungen als Folge des 11. Septembers konstruiert“, erklärte der New Yorker Staatsanwalt Cyrus Vance. Nach den Anschlägen vom 11. September hatten sich viele der Angeklagten arbeitsunfähig schreiben lassen. Sie machten demnach psychische Probleme infolge der traumatischen Ereignisse geltend. Vielfach hätten sie angegeben, sie könnten ihre Wohnungen nicht mehr verlassen, nicht mehr reisen und seien kaum zu sozialen Kontakten fähig. Tatsächlich sei es den Einsatzkräften aber ausgezeichnet gegangen. Einer von ihnen sei Hubschrauber geflogen, ein anderer habe Casinos in Las Vegas besucht, ein weiterer habe Kampfsport unterrichtet. Einige der Beschuldigten hätten bisher 500.000 Dollar (knapp 367.000 Euro) erhalten, der Schnitt liege bei 210.000 Dollar pro Angeklagtem, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die New Yorker Polizei ist entsetzt und spart nicht mit harten Worten. Die Betrüger hätten „alle Ersthelfer, die bei den Such- und Rettungsarbeiten des 11. Septembers umgekommen oder an damit verbundenen Erkrankungen gestorben sind, geschändet“.