Studie

Generation Protz & Prahl

Jeder Vierte führt gern Statussymbole vor, allen voran junge Menschen

Mein Haus, mein Porsche, mein Po: Einer Studie zufolge führt knapp jeder vierte Deutsche gern vor, was er hat. Statussymbole, Objekte also, die den – gefühlten – eigenen gesellschaftlichen Stand repräsentieren sollen, auch den des Kontos oder den der Waage, denn die Körperform spielt ja eine tragende Rolle bei der Selbstdarstellung. Auch wenn sich die GfK Marktforschung Nürnberg bei ihrer Befragung von rund 2000 Bürgern ab 14 Jahre eher auf Materielles beschränkt hat. Dafür nämlich seien 14 bis 29-Jährige besonders anfällig, heißt es in der „Apotheken-Umschau“, die diese Umfrage in Auftrag gab. Mindestens jeder Dritte dieser jungen Leute prahlt demnach gern mit elitären Dingen.

Mein Hightech-Handy, meine Hipster-Turnschuhe, meine Facebook-Freundesliste: Darauf kommt es Kindern und Jugendlichen an, klar. Gerade im Internet werden sie ja quasi dazu gezwungen, mit dem mitzuhalten, was andere veröffentlichen und so viele mit „gefällt mir“ adeln: den Besuch in der Szenebar, die neue Freundin, die beeindruckenden Urlaubs-Selfies. Doch letztlich prahlen alle gern. Die Jungen schauen sich das nur von den Älteren ab. Und die haben irgendwann genug gezeigt. Das vermuten jedenfalls die Meinungsforscher. Unter den Befragten über 60 Jahre seien es nur 15,4 Prozent, die mit Statussymbolen glänzen wollten. In der Altersklasse dazwischen wird die Protzerei wohl subtiler. Da geht es um den Besitz von Handynummern, den Doktortitel, den Platz und den Redeanteil in Meetings. Auch darum, dass man Meeting sagt, nicht Treffen. Vor gut einem Jahr kam eine Studie der Ohio State University zu dem Ergebnis, dass Menschen, die weniger Geld haben, besonders gern prahlten. Und dass wohlhabendere, mehr gebildete Menschen eine andere Art der Erfüllung suchten. Ist es also viel cooler zu sagen: „Seht her – meine Hütte, mein Hollandrad, mein breiter Hintern“? Alles eine Frage der Souveränität.