Partnerschaft

Schön zu Ende streiten

Psychologen warnen davor, mit Wut auf den Partner schlafen zu gehen

Streiten ist eine recht unbeliebte, in Summe aber häufige Form der Kommunikation bei Paaren. Streitet man sich morgens, dann ist der miesepetrige Rest des Tages schon programmiert. Streitet man sich abends, kommt man oft nicht weit damit. Wenn beide Partner müde sind, hat keiner mehr Lust und Nerven, auf den anderen einzugehen, Kompromisse zu schließen oder sich zu anderen vergleichbar konstruktiven Verhaltensweisen durchzuringen.

So schmollen dann beide, bis es irgendwann Zeit ist, schlafen zu gehen. Die Psychologen Angela Hicks und Lisa Diamond von der University of Utah haben sich das mal genauer angesehen und ließen 39 zusammenlebende Pärchen über drei Wochen lang jeden Tag Protokoll darüber führen, ob sie sich am Abend gestritten hatten und wie gut sie die Nacht danach geschlafen hatten.

Keine große Überraschung: Nach einem Streit ohne Versöhnung litt die Schlafqualität. Das galt für alle, obwohl die eher Ängstlichen sich noch etwas häufiger im Bett wälzten als alle anderen. So weit nicht so schlimm, mag man denken, ein bisschen Müdigkeit bringt einen schließlich nicht um. Das Problem ist nur: Wer schlecht schläft, ist am nächsten Tag streitlustiger – und zwar besonders dem Partner gegenüber. Das kann in einen Teufelskreis führen, wie Amie Gordon von der University of California in Berkeley in drei Studien herausfand. Schlafmangel, sagt sie, verführt zu weniger Anerkennung der Leistung des Partners und zu weniger Dankbarkeit. Wer müde ist, ist demnach weniger aufmerksam und mehr auf sich selbst fokussiert. Die Energie, auf den Partner einzugehen, fehlt dann. Und: Für einen weiteren Streit am nächsten Tag reicht es, wenn nur einer der Partner unausgeschlafen ist.