Ausland

Krise in der Türkei: Erdogan spricht von „Verschwörung“

Der Korruptionsskandal in der Türkei hat die Regierung in eine ihrer bislang schwersten Krisen gestürzt und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu einer radikalen Umbildung seines Kabinetts gezwungen.

Die Minister für Wirtschaft, Inneres und Umwelt traten wegen Korruptionsermittlungen gegen ihre Söhne zurück, der EU-Minister wurde entlassen – Erdogan wechselte insgesamt zehn seiner 26 Minister aus. Nach seinem Rücktritt forderte Umweltminister Erdogan Bayraktar den Regierungschef auf, sein Amt ebenfalls niederzulegen. Erdogan zeigte keinerlei Bereitschaft dazu. Er sprach am Donnerstag von einer „Verschwörung“ gegen seine Regierung, seine Partei AKP und die Türkei. Die AKP habe eine Weste „weiß wie Milch“. Die Zeitung „Hürriyet“ zitierte Erdogan mit der Aussage, wer gegen ihn vorgehen wolle, werde dabei scheitern. Die Opposition fordert seit Tagen den Rücktritt der gesamten Regierung. Am Donnerstag kam das neue Kabinett erstmals zusammen.