Recycling

Berlin schafft Altglas-Behälter ab

Südost-Bezirke machen den Anfang. Sammlung erfolgt in Containern

Berlin schafft die Altglascontainer in den Wohnanlagen und Hinterhöfen von Wohnhäusern ab. In den Bezirken Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf werden diese hier bereits abgebaut. Ab dem kommenden Jahr sollen die Bewohner der drei Bezirke ihr Altglas dann in die öffentlichen Depotcontainer bringen.

Grund für die Abschaffung des sogenannten Berliner Modells bei der Altglassammlung ist laut dualem System die schlechte Qualität des Berliner Altglases. Während in fast allen Gemeinden Deutschlands nach Weiß-, Grün- und Braunglas unterschieden wird, gebe es in Berlin nur die Unterscheidung zwischen Weiß- und Buntglas. Außerdem lande auch Müll, der nicht in die Glascontainer gehöre, in den Tonnen. Schon im kommenden Jahr wird die Sammlung auch in den Bezirken des Westens (Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Spandau) ausgeschrieben, sodass auch da das Ende der wohnortnahen Altglassammlung droht.

In den Bezirken und bei den Wohnungsbaugesellschaften wächst unterdessen der Widerstand gegen den geplanten Abbau der Glascontainer. Täglich gehen bei Einrichtungen wie Degewo oder Stadt und Land Beschwerden ein. „Besonders ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen sind davon betroffen, wenn sie künftig mehrere Hundert Meter zum Sammelcontainer bewältigen müssen“, sagte Degewo-Sprecher Lutz Ackermann.

In den Wohnanlagen der Degewo landet nun das Altglas vermehrt im Restmüll oder am Straßenrand. „Das ärgert uns“, sagte Ackermann.

Das „Berliner Modell“, bei dem das Altglas zusammen mit dem Hausmüll eingesammelt wird, besteht seit 1992 und hat sich nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaften und Wohnungsunternehmen bewährt. „Ich halte das Qualitätsargument für vorgeschoben, hier geht es eigentlich um eine Kostensenkung“, kritisiert der SPD-Umweltexperte Daniel Buchholz. Er sagt: „Es ist ein Unding, die bewährte Berliner Glassammlung Knall auf Fall zu beenden.“ Buchholz erwartet, dass das Duale System jetzt zusammen mit dem Senat entsprechende Änderungen für kommende Ausschreibungen vornimmt.