Statistik

Berlin ist bei Touristen beliebt wie nie zuvor

Rekord: Mehr als eine Million Gäste im Oktober. Jeder Zweite kommt wegen des Kulturangebots

Der Zustrom von Touristen nach Berlin lässt nicht nach. Die neuesten Daten des Statistischen Landesamts zum Berlin-Tourismus zeigen ein weiteres Wachstum. Demnach waren im Oktober fast 1,1 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland in Berlin. Die Hotels zählten 2,6 Millionen Übernachtungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Gäste damit um 3,1 Prozent gestiegen, bei den Übernachtungen beträgt die Steigerung sogar knapp acht Prozent. Die Bettenauslastung der Hotels lag im Oktober bei 63,1 Prozent.

Am größten fiel der Anstieg bei den Gästen aus Deutschland aus mit 3,6 Prozent. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland stieg um 2,3 Prozent. Vor allem bei den Touristen aus Russland wird Berlin ein immer attraktiveres Reiseziel. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Gäste aus Russland um 18,5 Prozent gestiegen. Auch die Besucher aus der Schweiz sind deutlich mehr geworden. Die größte Touristengruppe aus dem Ausland kommt aus Großbritannien mit 39.800 Gästen. Zurückgegangen um acht Prozent ist die Besucherzahl aus den Vereinigten Staaten.

Ein wichtiger Anlass für Berlin-Besuche aus dem In- und Ausland sind Museen, Theater, Orchester und Gedenkstätten. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Kulturmonitoring hervor. Nach der Befragung sind mehr als die Hälfte der Besucher (59 Prozent) in den Berliner Kultureinrichtungen Touristen. Am höchsten ist der Anteil der Touristen mit 90 Prozent in Gedenkstätten. Vor allem ausländische Besucher machen dort mit 59 Prozent die größte Gruppe aus. Viele Touristen gaben in der Befragung den Besuch einer Kultureinrichtung sogar als alleinigen Grund für die Berlin-Reise an. Für ein Drittel der in- und ausländischen Gäste auf den Konzerten beispielsweise war die Aufführung der hauptsächliche Anlass für den Berlin-Aufenthalt.

Nicht nur für die Kultureinrichtungen, auch für die Hotels sind die kulturinteressierten Gäste ein besonders interessantes Klientel. Die Dauer des Aufenthalts ist bei den Kulturtouristen doppelt so lang wie bei dem durchschnittlichen Berlin-Besucher. Die befragten Besucher der Museen und Gedenkstätten blieben im Durchschnitt 4,2 Tage. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in allen Hotels beträgt 2,4 Tage. „Kultur ist ein Touristenmagnet“, sagte Burkhard Kieker, Geschäftsführer des Tourismusgesellschaft Visit Berlin. Die Besucher würden vor allem in Berlin Schauplätze der Geschichte suchen und finden, so Kieker. Für das Kulturmonitoring wurden 50.000 Besucherinterviews in 22 Einrichtungen aller kulturellen Sparten geführt.

Auch Brandenburg setzt auf Zuwächse beim Tourismus. Nach einer angespannten Situation im Sommer – vor allem wegen des Hochwassers – hoffen die Hotels und Dienstleistungsunternehmen auf mehr Touristen in den kommenden Monaten. Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam gehen fast 90 Prozent der befragten Betriebe der Region von einer günstigen Geschäftslage aus. In der Reisebranche zeigten sich vier von fünf Betrieben mit dem Verlauf des Gastgewerbes zufrieden. Auch bei den Hoteliers und Gastronomen in Ostbrandenburg ist die Stimmung positiv. Trotzdem will rund jeder vierte Betrieb in Brandenburg im kommenden Jahr die Preise erhöhen. Als Ursachen werden steigende Energiekosten und die neuen Gema-Tarife genannt. Die Reisebüros in der Region klagten über zurückgehende Buchungen.