Koalitionsverhandlungen

Geplante Frauenquote für Aufsichtsräte erzürnt die Wirtschaft

Union und SPD ziehen mit ihren Plänen für eine feste Frauenquote in Führungsetagen von Unternehmen heftigen Unmut der Wirtschaft auf sich.

Arbeitgeber und Industrie sprachen am Montag von einem erheblichen Eingriff in die unternehmerischen Freiheiten, die Besonderheiten der Betriebe blieben dabei unberücksichtigt. Familienpolitiker von Union und SPD, die das Vorhaben bei den Koalitionsverhandlungen ausgearbeitet haben, werteten den Beschluss hingegen als Durchbruch bei der Förderung von Frauen. In den Aufsichtsräten mitbestimmungspflichtiger und börsennotierter Unternehmen mit mindestens 2000 Mitarbeitern soll demnach ab 2016 eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent gelten. Wird diese nicht erreicht, solle als Sanktion das Aufsichtsratsmandat nicht besetzt werden dürfen, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig. Erst acht der 30 größten börsennotierten Konzerne erfüllen die Vorgabe schon jetzt. Eine starre Quote bei Vorständen soll es den Plänen zufolge nicht geben.