Nahverkehr

BVG investiert 170 Millionen in barrierefreie Bahnhöfe

Maßnahme soll 2020 abgeschlossen sein. Auch alte Aufzüge müssen wieder ersetzt werden

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) benötigen in den kommenden sieben Jahren mindestens 170 Millionen Euro für den barrierefreien Umbau ihrer U-Bahnhöfe. Das geht aus einem Bericht hervor, der vor wenigen Tagen im BVG-Aufsichtsrat vorgelegt wurde. Erklärtes Ziel ist es, bis 2020 alle Stationen des U-Bahnnetzes mit Aufzügen oder Rampen so auszustatten, dass sie auch für Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt nutzbar sind. Die Investitionskosten für den Umbau trägt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, zum Teil finanziert aus Bundesmitteln aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Auch Landesmittel, die eigentlich für die S-Bahn vorgesehen waren, wegen der immer noch geltenden Einschränkungen aber einbehalten wurden, fließen in das Programm. Bisher hat die BVG 100 ihrer 173 U-Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut. 134 Aufzüge und neun Rampen wurden realisiert.

Zur Fortsetzung des Programms bewilligte der Aufsichtsrat zwei weitere Aufzugsanlagen. Bis 2015 soll der Bahnhof Yorckstraße an der Linie U7 für 2,6 Millionen Euro umgebaut werden. Bis 2015 wird auch der Bahnhof Haselhorst (ebenfalls U7) barrierefrei. Dort rechnet die BVG mit 2,1 Millionen Euro Kosten.

Doch nicht nur neue Anlagen kosten viel Geld. Für den Betrieb der Aufzüge muss die BVG pro Jahr etwa vier Millionen Euro aufbringen. Zudem drohen weitere Kosten. Einige der älteren Aufzüge im BVG-Netz erreichen die technisch mögliche Maximalnutzungsdauer von 20 Jahren. Nach BVG-Angaben besteht „dringender Klärungsbedarf“, aus welchen Mitteln der Austausch der Oldtimer finanziert werden soll. Die nötigen Ersatzinvestitionen beziffert das Unternehmen auf jährlich 8,4 Millionen Euro.

Erst jüngst ist ein neuer Aufzug bei der BVG in Betrieb gegangen. Nach etwa einem Jahr Bauzeit ist der Bahnhof Ullsteinstraße (U6) jetzt barrierefrei. Der neue Lift befindet sich neben dem Ausgang in Richtung Tempelhofer Damm und führt von der Bahnsteig- auf die Straßenebene. Für das kommende Jahr plant die BVG den Umbau von fünf Stationen. An den Bahnhöfen Blaschkoallee, Hallesches Tor, Kurfürstendamm, Onkel Toms Hütte und Afrikanische Straße werden Aufzüge gebaut, wie Unternehmenssprecherin Petra Reetz bestätigte. Nach ihren Angaben liegt die Verfügbarkeit der Aufzüge in allen Bahnhöfen der BVG aktuell bei etwa 98 Prozent.

Die Berliner S-Bahn ist beim barrierefreien Umbau ihrer Stationen schon weiter. Nach Unternehmensangaben sind aktuell knapp 90 Prozent der 166 S-Bahnhöfe in Berlin und Brandenburg auch für Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt nutzbar.

Eine gute Nachricht für BVG-Kunden: Seit Sonntag ist die U-Bahn-Linie 6 nach eineinhalb Jahren Sperrung wieder durchgängig zwischen Alt-Tegel und Alt-Mariendorf befahrbar.