Umwelt

Gefährliche Kügelchen

Winzige Plastikteile in Trinkwasser und Honig entdeckt – Folgen unklar

Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 50.000 Nanometern. Sogenannte Nanopartikel sind dagegen nur einige Hundert Nanometer groß. Kaum vorstellbar, dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. Doch nach Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ ist inzwischen das Trinkwasser mit solchen Partikeln verunreinigt. Auch im Honig wurden sie nachgewiesen. Die meist aus Polyethylen hergestellten Mikroplastik-Teilchen können aus Duschgelen, Peelingcremes oder Zahnpasta stammen und über das Abwasser in die Umwelt gelangt sein, heißt es in dem TV-Bericht. Experimente an Miesmuscheln hätten gezeigt, dass die Partikel sich im Gewebe einlagern. Dort bildeten sich anschließend Entzündungen. Der Oldenburger Forscher Gerd Liebezeit, warnt: „Wir können davon ausgehen, dass das Mikroplastik überall in der Atmosphäre zu finden ist.“ Die Nanomaterialien geben Pflegeprodukten einen mechanischen Reinigungseffekt. Auch Lebensmitteln werden sie zugesetzt – um die Fließeigenschaft von Ketchup zu verbessern, Puderzucker besser rieseln zu lassen oder zu verhindern, dass sich auf der Schokolade ein Grauschleier bildet. Noch ist kaum untersucht, ob und wie Nanomaterialien die Gesundheit des Menschen beeinflussen können. Das Umweltbundesamt hat inzwischen Forschungsaufträge vergeben, um die Auswirkungen des Mikroplastiks auf die Umwelt zu untersuchen, fordert aber zugleich einen freiwilligen zeitnahen Ausstieg aus der Verwendung.