Verhandlungen

Tacheles soll für 200 Millionen Euro verkauft werden

Unternehmer Anno August Jagdfeld verhandelt mit Interessenten aus dem In- und Ausland

Die Immobiliengruppe des Unternehmers Anno August Jagdfeld verkauft das Areal des ehemaligen Kunsthauses Tacheles in Berlin-Mitte. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Das Tacheles sei das letzte große innerstädtische Entwicklungsareal in Berliner Premium-Lage. „Aufgrund der exzellenten Marktentwicklung in Berlin ist das Interesse daher sehr groß“, sagte der Sprecher. „Wir führen derzeit mit einem Dutzend seriöser in- und ausländischer Investoren Verhandlungen über einen Verkauf.“

Als Einstiegspreis werden nach Informationen der Morgenpost 200 Millionen Euro aufgerufen. Die Summe wollte der Sprecher am Donnerstag weder bestätigen noch dementieren. Der Verkehrswert des Areals an der Oranienburger Straße und der Friedrichstraße liegt bei 35 Millionen Euro.

Für die Fläche um das frühere Kaufhaus, das jahrelang eine Ikone der Berliner Off-Kultur war und Anfang des Jahres von den letzten Künstlern geräumt wurde, gibt es nach Angaben aus Immobilienkreisen eine Vielzahl seriöser Interessenten. Von einem Dutzend Bewerber aus dem In- und Ausland ist die Rede. Das Tacheles-Gelände gehört der auf Luxus-Immobilien spezialisierten Projektentwicklungsgesellschaft der früheren Fundus-Gruppe des Unternehmers Anno August Jagdfeld, der unter anderem das „Adlon“-Hotel gebaut hat.

Sie hatte das Areal 1998 gekauft, um ein modernes Stadtquartier zu bauen. Das Projekt geriet aber in Schieflage. Das Tacheles steht deshalb unter Zwangsverwaltung der HSH Nordbank. Auf dem Grundstück erlaubt der Bebauungsplan eine Mischung aus Einzelhandel, Büros, Wohnen und Hotels.