Studie

Immobilienpreise steigen drastisch

Spitzenreiter sind nach wie vor die Innenstadtbezirke. Aber auch einige Lagen im Szenekiez Neukölln werden teurer

Wohnen in der Hauptstadt ist in den vergangenen Jahren nicht nur für Mieter kontinuierlich teurer geworden. Wie die Zahlen belegen, die der Immobilienverband Berlin-Brandenburg IVD am Mittwoch in Potsdam vorgelegt hat, müssen auch Käufer einer Immobilie deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor wenigen Jahren. Allein im vergangenen Jahr betrug die Preissteigerung bei Eigentumswohnungen elf Prozent. Ein- und Zweifamilienhäuser sind ebenfalls teurer geworden – im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent, wie aus dem Immobilienpreisservice 2012/2013 hervorgeht.

Die Studie des IVD basiert ausschließlich auf tatsächlich erzielten Kaufpreisen und differenziert bis auf die Bezirksebene. „Das Preisniveau ist besonders in begehrten Innenstadtbezirken deutlich gestiegen“, sagte IVD-Vorstand Dirk Wohltorf. Gleichzeitig könne in einigen Berliner Bezirken noch günstiger Wohnraum für weniger als 1000 Euro pro Quadratmeter erworben werden. „Wenn man sich abseits der durchgetretenen trendigen Pfade bewegt, wo es den Mainstream hinzieht“, ergänzte Wohltorf.

Trotz gestiegener Kaufpreise sei Wohneigentum in der Hauptstadt auch für Durchschnittsverdiener in vielen Stadtvierteln noch erschwinglich. „Bei steigenden Zinsen könnte sich das jedoch schnell ändern“, warnte Katja Giller, Vorsitzendes Mitglied des IVD-Wertermittlungsausschusses. Schuld daran habe auch der Berliner Senat, der die Grunderwerbsteuer ab Januar 2014 auf sechs Prozent heraufgesetzt habe. „Insbesondere für junge Familien sind diese Nebenerwerbskosten, zu denen sich nach den Makler- auch noch Notargebühren gesellen, ein echtes Kaufhemmnis“, sagte Giller.

Dabei werden Eigentumswohnungen insbesondere von Eigennutzern weiterhin stark nachgefragt. Für Eigentumswohnungen in einfacher bis mittlerer Lage werden aktuell durchschnittlich rund 1550 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verlangt. Zum Vergleich: 2010 waren es 1200 Euro, im vergangenen Jahr 1400 Euro. In Guten bis sehr guten Wohnlagen ist der Trend ähnlich. 2013 wurden 2050 Euro pro Quadratmeter verlangt (2010: 1650 Euro; 2012: 1850 Euro). Doch nicht immer seien die in den Immobilienanzeigen verlangten Kaufpreise auch gerechtfertigt. „Wo die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, werden immer wieder auch deutlich überhöhte Angebotspreise registriert. Hier sollten Käufer die Augen aufhalten und sich beraten lassen“, sagte Giller. So seien Kaufpreise von 4000 Euro im aufstrebenden Szenekiez von Neukölln zwar bereits gesichtet worden. „Ob das eine gute Investition ist, wage ich jedoch zu bezweifeln“, so die Expertin. Solche Spitzenpreise seien jedoch auch in Neukölln unüblich. Die teuersten Wohnungen werden allerdings wie im Vorjahr in Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf angeboten.