Tiere

Alpensegler schlafen beim Fliegen

Immer unterwegs, nie eine Pause, ein Leben, das im Flug, in den Lüften weit über den Wipfeln und Gipfeln stattfindet.

Schwerelos. Das klingt nach Abenteuer und einer Menge Spaß – doch nicht für Menschen. Forscher haben aber ein Wesen entdeckt, das beides kann: ständig durch die Lüfte zischen und gleichzeitig relaxen. Diese Nonstop-Lebewesen sind Alpensegler, Tachymarptis melba. Sie können 200 Tage am Stück in der Luft bleiben. Ohne Zwischenlandung oder Pause fliegen sie im Herbst von der Schweiz bis Afrika, mehr als 3000 Kilometer weit. Auch in ihrem Winterquartier segeln sie ständig umher. Das konnten Forscher um Felix Liechti und Erich Bächler vom Ornithologischen Institut in Sempach in der Schweiz nachweisen. Die Vogelkundler berichten in „Nature Communications“, dass die Vögel sogar im Flug schlafen. Sie hatten sechs Alpensegler vor ihrem Flug nach Afrika mit Sendern zur Überwachung der Körperfunktionen versehen. Drei der Vögel konnten sie nach ihrem Ausflug nach Afrika in der Schweiz wieder einfangen. Aus den Daten ging hervor, dass Alpensegler fast alles im Flug erledigen: fressen, verdauen, schlafen und sich paaren. Nur in Europa, wo sie gewissermaßen „zu Hause“ sind, kommen die Tiere zur Ruhe. Hier bauen sie ihre Nisthöhlen in Steilwänden, legen Eier und ziehen die Jungen auf. Es beginnt die Elternzeit, die Ausflüge nur zur Futtersuche erlaubt. Nach knapp 60 Tagen sind die Jungen flügge – und dann beginnt auch für sie ein Leben, das sich fast ausschließlich in der Luft abspielt.