Frühkritik

Saisonauftakt der Staatsoper mit einem virtuellen Zar

Eigentlich sollte die frisch sanierte Staatsoper Unter den Linden eingeweiht werden. Aber das zieht sich noch einige Jahre hin.

Deswegen eröffnete jetzt die Staatsoper ihre mittlerweile vierte Saison im Schiller-Theater mit einer grandiosen Premiere von Nikolai Rimsky-Korsakows Oper „Die Zarenbraut“. Der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov erzählt eine moderne Geschichte: Der einstige Geheimdienst von Iwan dem Schrecklichen herrscht heute in einem Fernsehstudio. Am Computer wird ein virtueller Zar kreiert. Aber seine Braut soll real sein. Es geht um Liebe, Eifersucht und die Macht der Bilder. Tolle Sänger sind zu hören, Daniel Barenboim treibt seine Staatskapelle leidenschaftlich voran. Das Publikum jubelt am Ende.