Fernsehen

„Ich bin jetzt raus“

Tatort-Kommissar Dominic Raacke will keine Abschiedsfolge mehr drehen

Als der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) vor zehn Tagen das Aus für seine beiden „Tatort“-Kommissare Ritter und Stark alias Dominic Raacke und Boris Aljinovic verkündete, schien das – und das war durchaus überraschend – ganz im Einverständnis mit den Schauspielern zu geschehen. Er könne „den Wunsch des RBB nach Veränderung nachvollziehen“, sagte Aljinovic und deutete an, er „hätte in des Senders Verantwortung vermutlich bald eine ähnliche Entscheidung getroffen“. Auch Raacke, der an diesem Tag noch im Urlaub war, ließ mitteilen, er fände die Entscheidung des Senders „gut und richtig“.

Zurück aus dem Urlaub klingt das allerdings etwas anders. Nun scheint Raacke, der seit 1999 beim Berliner „Tatort“ dabei ist und damit zwei Jahre länger als Aljinovic, auf Distanz zum RBB zu gehen. Der hatte verkündet, dass mindestens noch eine weitere Folge gedreht werden sollte, laut Raacke sogar noch zwei. Daraus aber wird nichts werden: „Ich bin da jetzt raus“, sagte der 54-Jährige der Berliner Morgenpost. „Das ist vielleicht noch nicht so kommuniziert worden: Aber ich stehe ab sofort nicht mehr zur Verfügung.“

Der RBB plant erst für das Jahr 2015 mit seinen neuen Ermittlern, die nun gesucht werden müssen und dann bis Ende des Jahres bekannt gegeben werden sollen. Ein Berlin-„Tatort“ mit Raacke und Aljinovic ist bereits abgedreht und soll im Februar ausgestrahlt werden. Eine Abschiedsfolge aber wird es nicht geben. Ist Raacke vielleicht doch verärgert? Rächt er sich jetzt auf seine Art? Nein, betont er, da sei überhaupt kein Groll: „Aber am Ende ein großer Vorhang und noch mal verbeugen – das ist nicht meine Art.“ Da er keinen Vertrag über mehrere Folgen unterschrieben hat, kann Raacke das selbst bestimmen.

Unklar ist noch, ob das nun das vorzeitige Aus beider Ermittler ist. Oder ob Boris Aljinovic seinen letzten Fall solo löst. So wie das jüngst Joachim Król nach dem überraschenden Ausscheiden von Nina Kunzendorf beim Frankfurter „Tatort“ getan hat. Düpiert sein dürfte jedenfalls der RBB, der so großen Wert auf das Einvernehmen aller Beteiligten legte. Auch sonst spart Raacke nicht an Kritik: Zwischen Aljinovic und ihm habe es nie Freundschaft gegeben. Und es gebe auch viel zu viele Krimis im deutschen Fernsehen: „Ich hoffe, dass sich das ändert.“