Außenpolitik

Obama geht auf den Iran zu

Rede vor der UN-Vollversammlung. Iranischer Präsident Ruhani lehnt persönliches Treffen ab

Bei der UN-Generaldebatte in New York ringt die Weltgemeinschaft um eine Lösung des Syrien-Konflikts und des Atomstreits mit dem Iran. Nach den moderaten Tönen aus dem Iran zeigte sich US-Präsident Barack Obama am Dienstag vor der UN-Vollversammlung offen für eine Annäherung mit der Führung in Teheran. „Ich glaube fest, dass der diplomatische Weg ausprobiert werden muss“, sagte Obama. Teheran müsse aber mit „konkretem“ Handeln zeigen, dass es keine Atomwaffen anstrebe. „Wir respektieren das Recht des iranischen Volkes auf Zugang zu friedlicher Nuklearenergie“, sagte Obama.

Danach sprach auch Irans neuer Präsident Hassan Ruhani vor der UN-Vollversammlung. Er betonte, dass von seinem Land „absolut keine Gefahr für die Welt“ ausgehe. Atomwaffen hätten keinen Platz in der iranischen Sicherheitspolitik. Er sei zu Gesprächen mit den USA bereit, um Meinungsverschiedenheiten zu bewältigen. Jedes Problem könne durch Mäßigung und der Ablehnung von Gewalt gelöst werden. Ruhani griff indirekt die USA an, in dem er sich gegen Angriffe mit Drohnen aussprach. Mit Bezug auf Syrien warf er Mächten außerhalb der Region vor, durch Waffenlieferungen den Konflikt „militarisiert“ zu haben. Es gebe aber keine militärische Lösung. Dies war Ruhanis erster Auftritt vor den UN. Ein persönliches Treffen mit Obama lehnte er zunächst ab.