Einkommen

Spitzen-Gehalt: Berlins Manager verdienen 326.000 Euro im Jahr

Geschäftsführer und Vorstände der Landesunternehmen sind 2012 erneut gut bezahlt worden

Die Topmanager in Berliner Landesunternehmen sind im Jahr 2012 wieder unter den Spitzenverdienern gewesen: Im Durchschnitt erhielt ein ganzjährig angestellter Vorstand oder Geschäftsführer 326.088 Euro als Gehalt. Das lag damit nur wenig unter dem Vorjahreseinkommen (minus 1,7 Prozent). Das ergab eine Auswertung der Einkommen der 40 wichtigsten Manager.

Aus den Daten lässt sich nicht automatisch schließen, dass die Gehälter der Geschäftsführer auch tatsächlich gesunken sind. Vielmehr erklärt sich das leichte Minus durch eine veränderte Gehaltsstruktur. Immer mehr Manager von Berliner Landesbetrieben beziehen einen zunehmenden Teil ihres Gehalts als Bonus. Dieser bemisst sich in der Regel sowohl am eigenen Erfolg als auch an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. Im vergangenen Jahr wurden außerdem mehrere Posten bei den landeseigenen Unternehmen in Berlin neu besetzt. Diese Manager bekamen zwar ihr laufendes Grundgehalt ausbezahlt, erhalten ihren Bonus aber erst im Laufes dieses Jahres.

Am besten verdienten die Manager landeseigener Unternehmen erneut bei der Messe Berlin, der Investitionsbank Berlin (IBB), dem Klinikkonzern Vivantes und der Flughafengesellschaft. Ob die Spitzengehälter angemessen sind, ist umstritten. Zwar müssen die Manager landeseigene Unternehmen führen, die für die Berliner Bevölkerung wichtige Grundleistungen erstellen. Dazu gehören beispielsweise die Müllabfuhr und Wasserversorgung. Doch verdienen die Geschäftsführer oder Vorstände teilweise doppelt oder dreimal so viel wie die für ihren Bereich zuständigen Berliner Senatoren. Dabei sind die Chefgehälter in landeseigenen Betrieben keineswegs starr, sondern können angepasst werden.

So erhielt unter anderem das Topmanagement der Messegesellschaft Berlin deutlich mehr als im Vorjahr. Geschäftsführer Raimund Hosch ist seit Sommer dieses Jahres im Ruhestand. Zuvor erhielt Hosch noch 535.000 Euro Jahresgehalt und damit elf Prozent mehr als 2011. Sein Nachfolger und damaliger Stellvertreter Christian Göke könnte sich über einen ähnlich starken Gehaltssprung freuen. Er bekam 2012 insgesamt 422.000 Euro.

Ein Messesprecher führte den Gehaltsanstieg auf die guten Geschäfte der Messegesellschaft zurück. „Die höheren Umsätze wirken sich auf die Tantiemen aus“, so der Sprecher. Das Unternehmen hatte seinen Umsatz um 14 Prozent auf die Rekordsumme von 247 Millionen Euro gesteigert. Das schlägt sich in der erfolgsabhängigen Vergütung für die Messegeschäftsführung nieder.

Ein starkes Plus bei der BVG

Auch Sigrid Nikutta, Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), verdiente deutlich mehr als im Vorjahr. Sie ist für den U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnverkehr in der Stadt zuständig und erhielt dafür rund 390.000 Euro – ein Fünftel mehr als im Jahr 2011. Das starke Plus kommt jedoch auch dadurch zustande, dass sie im vergangenen Jahr die volle Prämie für 2011 bekam. Nach ihrem Dienstantritt im Oktober 2010 hatte Nikutta diese nur anteilig erhalten.

Knapp ein Fünftel mehr Gehalt gab es auch für Dorothea Dreizehnter, die ehemalige Vizechefin von Vivantes. 2012 war ihr letztes Jahr bei dem landeseigenen Krankenhauskonzern. Vor ihrem Ausscheiden bei Vivantes bekam Dorothea Dreihzehnter ein Gehalt in Höhe von 449.000 Euro. Sie verließ Vivantes aus persönlichen Gründen. Ihr ehemaliger Kollege in der Vivantes-Chefetage, der inzwischen ausgeschiedene Joachim Bovelet, zählte mit einem Jahresgehalt von 506.000 Euro erneut zu den Spitzenverdienern in den Berliner Landesunternehmen. Auch Bovelet hat Vivantes inzwischen verlassen.