Außenpolitik

Syrien stimmt Chemiewaffen-Kontrolle zu

Obama will mit Militärschlag abwarten. UN-Sicherheitsrat sagt Sondersitzung wieder ab

Als Folge der russischen Initiative für eine Beseitigung der Chemiewaffen in Syrien gibt es neue Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. Der Vorschlag Moskaus, der auf eine Kontrolle und spätere Vernichtung der syrischen Chemiewaffen abzielt, stieß am Dienstag international auf Zustimmung. Syrien kündigte am Dienstagabend an, es wolle der Chemiewaffenkonvention beitreten. Wie Außenminister Walid al-Muallim sagte, werde sein Land der internationalen Gemeinschaft Zugang zu allen Depots verschaffen. Das Land werde die Produktion einstellen und sich von allen chemischen Waffen trennen. US-Präsident Barack Obama will, dass der UN-Sicherheitsrat den russischen Vorschlag zur Kontrolle der syrischen Waffen prüft. Eine für den Abend angekündigte Sondersitzung des Rates zu Syrien wurde überraschend wieder abgesagt. Obama telefonierte nach Angaben aus dem Weißen Haus am Dienstag mit dem französischen Staatschef François Hollande und dem britischen Premierminister David Cameron. Nach Angaben des Élyséepalastes einigten sich Obama und Hollande darauf, vorerst keine Handlungsoptionen auszuschließen. Die Staatschefs präferierten allerdings weiter eine diplomatische Lösung, hieß es. Obama selbst wollte sich am Abend (Mittwochmorgen, 3 Uhr MESZ) in einer Fernsehrede an die Nation wenden.