Fernsehen

Zu brutal: „Tatort“ läuft erst um 22 Uhr

Ermittlungen der Kölner Kommissare ins Spätprogramm verschoben

Seit fast 43 Jahren gibt es den „Tatort“. Für viele Deutsche gehört er zum Ritual: Sonntags um 20.15 Uhr nach der „Tagesschau“ versammeln sich die „Tatort“-Fans vor dem Fernseher. Nun ändert sich das Ritual erstmals – zumindest im Dezember: Die Ermittlungen der Kölner Polizeihauptkommissare Freddy Schenk (gespielt von Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus Behrendt) werden auf 22 Uhr verschoben. Die Minderjährigen in der Familie dürfen nicht zuschauen – wegen des Jugendschutzes.

Der Grund: Die „Tatort“-Folge „Franziska“ ist zu hart für Jugendliche. Der WDR, der für die Produktion zuständig ist, bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Die Folge, die eigentlich schon für Juni 2013 geplant gewesen sei, werde später am Abend gesendet, sagte eine WDR-Sprecherin. „Es wird ein Bedrohungsszenario nach einer Geiselnahme mit großer Spannung aufgebaut“, sagte sie. Die Szenen seien intensiv, aber nicht brutal, betonte die Sprecherin.

Intensiv, brutal, gewalttätig? Sicherlich gewalttätig im Vergleich zum allerersten „Tatort“ am 29. November 1970 mit dem Titel „Taxi nach Leipzig“. Im Rückblick war dieser Krimi geradezu betulich. Kommissar Paul Trimmel (Walter Richter) wird in dem „Tatort“ auf Bitten des Generalstaatsanwaltes der DDR in Ermittlungen einbezogen. Das Gesuch wird schnell zurückgezogen, Trimmel ermittelt aber weiter. Das war politisch und spannend. Was die Brutalität betrifft, waren Trimmel, die Vopos und Verbrecher im Vergleich zu neueren Krimis aber Waisenkinder. Bei dem nicht jugendfreien Kölner Tatort „Franziska“ geht es – bei dem Titel weiß der Fan Bescheid – um Schenks und Ballaufs Assistentin Franziska Lüttgenjohann. Es ist die letzte Folge mit der Filmfigur Franziska, gespielt von Tessa Mittelstädt.

Im Jahr 2011 war schon einmal eine Krimi-Ausstrahlung verschoben worden: Der Münchner „Polizeiruf 110“ zeigte damals ein Selbstmordattentat und wurde auf einen Freitagabend verlegt.