Tarifkonflikt

3000 Lehrer streiken für mehr Geld

Auch am Donnerstag fällt an vielen Berliner Schulen der Unterricht aus

Der Streik der angestellten Lehrer wird auch am heutigen Donnerstag wieder an vielen Berliner Schulen zu Unterrichtsausfall führen. Am Mittwoch hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mehr als 3000 Lehrer an dem Streik beteiligt. Nahezu jede Schule in Berlin war betroffen.

Die Gewerkschaft geht davon aus, dass am heutigen Donnerstag mindestens genau so viele Kollegen in den Ausstand treten werden. Die Pädagogen verlangen eine tarifliche Regelung, um ihr Einkommen an das der verbeamteten Kollegen anzugleichen. Seit November 2012 fordert die GEW den Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für die SPD) zu Verhandlungen auf, bisher ohne Erfolg. „Dieses Verhalten ist vordemokratisch“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doreen Siebernik am Mittwoch bei einer Kundgebung im Bezirk Mitte.

Nachdem sich die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di bisher aus dem Arbeitskampf der angestellten Lehrer in Berlin herausgehalten hatte, solidarisierte sich der Bundesvorsitzende Frank Bsirske am Mittwoch mit den Streikenden. Die Arbeitgeber in der Tarifgemeinschaft der Länder hätten versucht, einen Keil zwischen die Gewerkschaften Ver.di und GEW zu treiben, sagte er. Schon zwei Mal seien Verhandlungen auf Bundesebene über angestellte Lehrer gescheitert. „Die Konsequenz der GEW, nun Verhandlungen auf Landesebene zu fordern, ist folgerichtig.“ Bsirske drohte mit einer Verschärfung der Streiks. Finanzsenator Nußbaum lehnt Tarifverhandlungen auf Landesebene jedoch ab. Dafür gebe es keine Genehmigung von der Tarifgemeinschaft. „Das Land behält sich vor, die Forderungen und Streikmaßnahmen der GEW grundsätzlich auf ihre Rechtmäßigkeit gerichtlich überprüfen zu lassen“, sagte ein Sprecher des Finanzsenators. Den streikenden Lehrern droht ein Gehaltsabzug, der aber von der GEW ausgeglichen wird.

Die Berliner CDU wiederholte ihre Forderung nach der Wiedereinführung der Verbeamtung. Das sei die einzige Option, um eine gute Ausstattung der Schulen mit Fachlehrern zu sichern, sagte die CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele am Mittwoch.