Sportereignis

„Frauen müssen loslassen können“

In Bottrop treffen sich Athleten zur zweiten Handtaschen-Weitwurf-WM

Fußball-Bundesliga, Leichtathletik-WM oder Panzer-Biathlon in Russland: Das Wochenende war reich an hochkarätigen Sportereignissen. Doch wahre Freunde ästhetischer Leibesübungen pilgerten am Sonnabend nach Bottrop, zur Weltmeisterschaft im Handtaschen-Weitwurf. Kurbeln, Stoßen, Diskus und Freestyle hießen die Disziplinen, in denen sich 14 Teams maßen. Antreten durften Athleten beiderlei Geschlechts. Die Kraftvorteile liegen bei Männern, sagt Bundestrainer Jens Vatter. Deswegen müssen sie eine Zwei-Kilo-Handtasche bewältigen, die Damenhandtaschen sind nur halb so schwer.

Die Kandidaten vertraten etwa das Fürstentum Monaco oder die Insel Curaçao. Einige Deutsche seien bei der Jux-Veranstaltung sogar unter der gelb-weißen Flagge der Vatikanstadt angetreten, sagte der Sprecher. Sie landeten auf dem zweiten Platz, dahinter folgte das Deutschland-Team. Am Ende lag die Mannschaft vorn, die für Neuseeland angetreten war. Ein 45 Jahre alter Versicherungskaufmann aus Brühl bei Köln schaffte 24,21 Meter und übertraf damit die Bestmarke des vorigen Jahres, als ein Lastwagenfahrer auf elegante 22,66 Meter kam. Bewertet wird bei der „HTWWWM“ nicht nur die Wurfweite, sondern auch die technische Ausführung und die Choreografie des Auftritts.

Auf die Frage, wer die sportliche Herausforderung besser meistert, originär Handtaschen tragende Frauen oder eben Männer, sagt Vatter: „Bei Frauen ist sicher vorteilhaft, dass sie das Wurfgerät kennen. Gleichzeitig sind sie im Nachteil, denn es geht darum, auch loslassen zu können, damit die Handtasche überhaupt fliegt – das ist für die ein oder andere durchaus nicht leicht.“ Damit die Hobbyathleten bei der Weltmeisterschaft nicht zu unlauteren Mitteln greifen, etwa kleine Propeller an den Handtaschen anbringen, hatten die Veranstalter dieses Jahr auch einen Anti-Doping-Beauftragten verpflichtet.