Verkehr

Wahlkämpfer entdecken das Bahn-Chaos

SPD beklagt absolutes Versagen. Merkel fordert Lösung für Probleme

Das Chaos am Mainzer Bahnhof hat einen Schlagabtausch der Parteien provoziert. Aus der Opposition wurde der Bundesregierung vorgeworfen, viel zu spät auf die angespannte Personallage der Bahn reagiert zu haben. „Das ist ein absolutes Versagen der Bundesregierung“, sagte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) in der ARD. Der Bund sei Eigentümer und müsse das regeln.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) konterte: „Die SPD hat politischen Gedächtnisschwund. Es waren die SPD-Bundesminister Steinbrück und Tiefensee, die die Privatisierung der Bahn massiv vorangetrieben“, das Unternehmen kostenmäßig ausgeblutet und so die Braut für den Börsengang geschmückt hätten. „Dabei wurde das Personal mit Duldung von Steinbrück und Tiefensee sträflich heruntergefahren“, sagte er der Berliner Morgenpost.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Lösung für die Personalprobleme des Unternehmens gefordert. „Ich kann nur unterstützen und unterstreichen, dass hier was unternommen werden muss“, sagte Merkel im Interview mit den Sendern Phoenix und Deutschlandfunk.

Die Bahntochter DB Netz kündigte nach einem Krisengipfel Verbesserungen ab der nächsten Woche an. Ab 30. August wolle die Bahn wieder zum normalen Betrieb zurückkehren, falls nicht weitere Fahrdienstleiter krank würden, sagte DB Netz-Chef Frank Sennhenn am Dienstag in Mainz.