Prozess

Leichen-Präparator von Hagens muss nicht vor Gericht

Das Verfahren gegen den umstrittenen Leichenpräparator Gunther von Hagens („Körperwelten“) wird eingestellt.

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe geht von einer dauerhaften Verhandlungsunfähigkeit des Präparators aus, der seit knapp drei Jahren an Parkinson leidet.

Anlass für den Prozess waren Vorwürfe, Hagens habe Ausländer beschäftigt, ohne für sie Steuern und Sozialabgaben gezahlt zu haben. Die Schadenssumme beläuft sich laut Staatsanwaltschaft Heidelberg auf rund 465.000 Euro. Bereits vor fünf Jahren hatten Zollbeamte die Geschäftsräume in Heidelberg und Guben durchsucht.

Hagens selbst hat die Leitung seines Unternehmens mit Standorten in Heidelberg und Guben bereits seinem Sohn Rurik übergeben. In den Werken entstehen nach einem von Hagens entwickelten Verfahren anatomische Modelle, die an Forschungsinstitute verkauft oder für die weltweiten Ausstellungen „Körperwelten“ verwendet werden. Kritiker werfen von Hagens vor, mit seinen Leichenpräparaten die Menschenwürde zu verletzen.