Gewalt

Ägypten erlebt blutigste Unruhen seit Mursis Sturz

Bei den schwersten Auseinandersetzungen mit Islamisten seit dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi sind in Ägypten mindestens 80 Menschen getötet worden.

Die islamistische Muslimbruderschaft, aus deren Reihen Mursi kommt, sprach von weit mehr als 100 Toten in Kairo. Die Eskalation der Gewalt, bei der auch mindestens 800 Menschen verletzt wurden, löste Befürchtungen vor einem Bürgerkrieg aus. Am Sonnabend war ein Ultimatum des Militärs an die Islamisten abgelaufen, sich am Versöhnungsprozess zu beteiligen. Innenminister Mohammed Ibrahim sagte auf einer Pressekonferenz in Kairo: „Es war ein Trick der Muslimbruderschaft, um einen Zwischenfall zu provozieren und Sympathien für sich zu gewinnen.“ Ibrahim stellte eine Räumung der islamistischen Protestlager in Aussicht. Am Sonntag bekräftigte er bei einer Abschlusszeremonie für Polizeischüler in Kairo: „Wir werden es keinen verrückten, gehässigen Leuten erlauben, den Frieden zu stören.“