Tiere

Pferde mit Zebrastreifen

Das Bemalen von Reitpferden mit Mustern soll Insekten abhalten

Von einer wissenschaftlichen Theorie über den experimentellen Beweis bis hin zur praktischen Anwendung einer Erkenntnis ist es oft ein langer Weg. Ein skurriles Beispiel dafür ist das Bemalen von Reitpferden mit einem Zebrastreifenmuster, das jetzt zum Trend geworden ist. Hunderte Pferdebesitzer sind davon überzeugt, dass dies ihre Tiere vor Bremsen und Stechmücken schützt. Im Internet gibt es sogar schon eine Gruppe „Bremsenfrei dank Zebrastreifen“. In diesem Forum sind Dutzende Fotos von Pferden mit künstlichem Streifenmuster zu bestaunen.

All dies kann nicht wirklich überraschen. Es stellt sich eher die Frage, warum die Pferdeliebhaber nicht schon längst auf diese Idee gekommen sind. Bereits in den 70er-Jahren hatte der Wissenschaftler Jeffrey Waage die These aufgestellt, dass Zebras durch ihr gestreiftes Fell weitgehend vor stechenden Insekten geschützt sind. Zwar blieb diese Behauptung lange unbewiesen, wurde jedoch gemeinhin als plausibel anerkannt. Die Evolution macht ja schließlich nichts einfach nur so zum Spaß.

Im vergangenen Jahr wurde endlich der wissenschaftliche Beweis geliefert. Die schwedische Forscherin Susanne Åkesson von der Universität Lund stellte gemeinsam mit ungarischen Kollegen Pferdeattrappen mit Lockstoffen auf eine Weide – schwarze, weiße und gestreifte. Das Ergebnis: Bremsen und Mücken bevorzugten eindeutig die schwarzen „Pferde“. Die weißen Modelle wurden deutlich seltener attackiert und die gestreiften noch weniger. Die alte Theorie war also korrekt. Irgendwie muss das Minihirn der Blutsauger durch die Streifen verwirrt werden.