Kinderbetreuung

Klick die Nanny

Auf einem neuen Portal verlinken sich Eltern, die einen Babysitter suchen

Die Generation Facebook bekommt langsam Kinder – und plötzlich wechselt die Sicht der Dinge. Die vielen Likes für eine Bar, in der sich die Freunde tummeln („voll hottiiiie hiiiiier“) haben nicht mehr den rechten Wert, wenn man selbst jeden Abend mit dem Baby zu Hause sitzt. Da kommt die Frage auf: Wie machen die anderen das eigentlich? Denn ein königliches Kindermädchen wie bei Kate und William haben die wenigsten Haushalte.

Diesen Umstand macht sich ein neues Babysitterportal namens „Yoopies.de“ zunutze. Eltern können sich mit ihrem Facebook-Profil anmelden. Sie finden dann nicht nur einen Babysitter aus ihrer Nähe, sie erfahren auch noch, ob Freunde oder deren Freunde jemanden besonders empfehlen können oder mit jemandem besonders schlechte Erfahrungen gemacht haben – was für die Eltern wahrscheinlich noch viel wertvoller ist. Denn die Geschichten von Babysittern, die den Kühlschrank plündern oder auf dem Sofa rauchen, sind Legende.

Deshalb vergeben die Eltern einen bis fünf „Schnuller“ für Pünktlichkeit, Kontakt zu Kindern, Dynamik und Vertraulichkeit. Im Profil erscheint dann der „Schnullerdurchschnitt“. So kennt man es von den Hotelbewertungsportalen.

Das Unternehmen kommt aus Frankreich und hat für seinen Deutschland-Start drei Monate lang vor allem an den Universitäten junge Menschen rekrutiert. Noch ist der Service kostenlos. Später sollen die Babysitter eine Gebühr zahlen, wenn sie ihr Profil bei „Yoopies“ einstellen. Ihre Angaben werden dann mit einem Rückruf überprüft, sie erhalten dafür praktisch ein Prüfsiegel. Die Eltern bezahlen monatlich für die Möglichkeit, die Seite zu nutzen, sagt Deutschland-Chef Dimitri Visnade, schließen also quasi ein Abonnement ab. Das stellt auch sicher, dass sich die Babysitter die Bewertungen nicht selbst schreiben. Und dann sind da ja noch die Freunde bei Facebook mit ihren Erfahrungen.