Demonstrationen

Hunderttausende fordern Mursis Rücktritt

Massenproteste gegen Ägyptens Präsidenten. Tote bei Zusammenstößen

Zum Jahrestag des Amtsantritts von Präsident Mohammed Mursi hat sich die Lage in Ägypten zugespitzt. Bei Protesten wurden am Sonntagabend vier Menschen getötet und rund 200 weitere verletzt, als es in der Provinz Beni Sueif südlich von Kairo zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern Mursis kam. Massendemonstrationen fanden in Kairo sowie in Alexandria, im Nildelta und in weiteren Städten des Landes statt. Allein in Kairo waren Hunderttausende auf den Straßen und forderten den Rücktritt des Machthabers.

In den Tagen zuvor waren bei den landesweiten Protesten bereits acht Menschen getötet worden. Vor allem auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz im Zentrum Kairos versammelten sich die Menschen. „Das Volk will den Sturz des Regimes“, riefen die Demonstranten, von denen viele Fahnen schwenkten und rote Karten hochhielten. Regierungsgegner setzten die Zentrale der Mursi unterstützenden islamistischen Muslimbruderschaft in Brand und lieferten sich Schießereien mit dem Wachpersonal.

Mehrere Demonstrationszüge zogen am frühen Abend zum Präsidentenpalast. Oppositionsaktivisten kündigten an, dort bleiben zu wollen, bis der Präsident zurücktrete. Wenige Kilometer entfernt versammelten sich in Nasr-City Zehntausende Präsidenten-Anhänger der islamistischen Parteien, um ihre Solidarität zu bekunden. Mursi selbst betonte, an seinem Amt festhalten zu wollen

Die Sicherheitskräfte verstärkten ihre Präsenz vor wichtigen Einrichtungen. Die Opposition hat nach eigenen Angaben 22 Millionen Unterschriften für den Rücktritt Mursis und die Abhaltung vorgezogener Neuwahlen gesammelt.