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Auch britischer Geheimdienst späht Daten aus

Angeblich Glasfaserkabel angezapft und Informationen an die USA geleitet

Der britische Geheimdienst zapft einem Enthüllungsbericht der Zeitung „Guardian“ zufolge im großen Stil Telefon- und Internetkabel an und gibt die Informationen an die US-Behörde NSA weiter. Das Programm mit dem Namen „Tempora“ bestehe seit etwa eineinhalb Jahren, berichtete das Blatt. Demnach spähen die britischen Geheimdienstler Glasfaserkabel aus, durch die der transatlantische Datenverkehr abgewickelt wird. Der „Guardian“ beruft sich auf Dokumente, die ihm vom früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden zugespielt wurden. Die USA stellten inzwischen Strafanzeige wegen Spionage gegen den 29-Jährigen.

Nach dem „Guardian“-Bericht erfolgt die Spähaktion des britischen Geheimdienstes GCHQ mit Hilfe von Firmen, die nicht genannt wurden. Sie seien per Gerichtsbeschluss zur Zusammenarbeit gezwungen worden und müssten die Anordnungen geheim halten. Die Informationen dürfen dem Bericht zufolge bis zu einem Monat lang gespeichert werden. Außenminister William Hague sagte kürzlich, der GCHQ halte sich bei der Auswertung von Spähaktionen immer an britisches Recht. Über eine Zusammenarbeit mit US-Geheimdiensten machte der Außenminister jedoch keine Angaben.