Medizin

Neues Gesundheitszentrum von Weltrang

Charité und Max-Delbrück-Centrum gründen ein gemeinsames Institut

Mit der Gründung des neuen Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG) ist die Stadt ihrem Ziel, einer der weltweit bedeutendsten Standorte in den medizinischen Wissenschaften zu werden, ein Stück nähergekommen. Am Dienstag besiegelten die Universitätsklinik Charité und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin(MDC) mit einem Festakt auf dem Campus der Charité ihr gemeinsames Vorhaben. Ziel ist es, die Erkenntnisse der Grundlagenforscher des MDC enger an die klinische Praxis der Charité heranzuführen und die Erkenntnisse schneller zugunsten der Patienten einsetzen zu können. Dabei geht es nicht mehr nur um die eine Krankheit und ihre vermeintliche Ursache, sondern um die komplexen und vielfältigen molekularen Ursachen und genetischen Dispositionen, die Krankheiten zugrunde liegen. Der Bund unterstützt das BIG bis 2018 mit 285 Millionen Euro, das Land Berlin gibt 26,7 Millionen dazu. Zudem steuert die BMW-Erbin Johanna Quandt über die private Charité-Stiftung weitere 40Millionen Euro bei.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte am Dienstag, die Gründung des BIG sei „ein wichtiger Schritt in der deutschen Gesundheitsforschung und ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems“. Die Gesundheit der Menschen in Deutschland werde vom BIG profitieren. Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres(SPD) sagte, die Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Berlin werde von diesem Zentrum von Weltrang insgesamt stark profitieren.

Der renommierte Wissenschaftsmanager Ernst Theodor Rietschel übernimmt den Vorstandsvorsitz im BIG. Der 72-Jährige war von 2005 bis 2010 Chef der Leibniz-Gemeinschaft, einer der drei großen wissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands. Mit der Gründung des BIG griffen der Bund und das Land Berlin Impulse aus der Wissenschaft auf, sagte der Chemieprofessor. Es gehe darum, die Übertragung von Forschungserkenntnissen in die Klinik zu stärken.