Personalien

Landesbank Berlin streicht 900 Stellen

Umbau zur reinen Sparkasse. Aufsichtsrat genehmigt Schrumpfkurs

Das größte Finanzinstitut der Hauptstadt wird radikal umgebaut. Der Aufsichtsrat der Landesbank Berlin (LBB) genehmigte in seiner Sitzung am Donnerstag die Pläne, nach denen aus der bisherigen Finanzholding eine reine Sparkasse werden soll. Teil dieser drastischen Neuausrichtung ist ein umfangreicher Stellenabbau. So sollen nach Vorstellung der LBB in den kommenden vier Jahren gut 900 von derzeit 5700 Arbeitsplätzen in Berlin gestrichen werden.

Möglicherweise erfolgt der Abbau sogar über betriebsbedingte Kündigungen. Allerdings verhandelt die Führung der Bank gerade mit dem Betriebsrat. Ziel der Arbeitnehmerseite ist eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 ausschließt. Im Umfeld der LBB heißt es, dass eine solche Regelung durchaus vorstellbar sei.

Der Umbau der LBB, die den deutschen Sparkassen gehört, wurde bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Hintergrund sind verschärfte Anforderungen, die die europäischen Finanzmarktaufseher an Kreditinstitute mit riskantem Investmentgeschäft in Europa stellen. Da die LBB ein internationales Kapitalmarktgeschäft betreibt, würden für sie diese Anforderungen gelten. Vereinfacht gesagt, müsste sie wesentlich mehr Geld bereithalten, um riskante Geschäfte abzusichern. Dieses Risiko wollen die Eigentümer der LBB nicht eingehen. Stattdessen stutzen sie die ehemalige Bankgesellschaft Berlin zurecht.

So wandert das Kapitalmarktgeschäft mit 250 Mitarbeitern nach Frankfurt/Main zur Dekabank. Der Immobilienfinanzierer Berlin Hyp wird eigenständig, 600 Mitarbeiter wechseln dorthin. Rund 100 Stellen fallen in den LBB-Niederlassungen London und Luxemburg weg, und etwa 170 Mitarbeiter stehen künftig bei kleineren eigenständigen Tochtergesellschaften unter Vertrag. Rechnet man diese Stellen alle ab, blieben etwa 4600 für die Berliner Sparkasse – zu viele aus Sicht der Unternehmensspitze. Deshalb sollen 2017 nur noch 3700 Mitarbeiter dort beschäftigt sein.