Konzert

Schwarze Messe im Olympiastadion

Es geht einfach so los. Kein Vorhang fällt. „Welcome to my World.“ – Depeche Mode ist mit „Delta Machine“, dem 13. Studioalbum, auf Tour.

66.000 Fans im Berliner Olympiastadion, die am Sonntagabend „I‘ll hold you in my Arms“ singen, und dann Dave Gahans Stimme, so langezogen, „I penetrate your Soul“, alle im Regen umarmend.

Natürlich trägt er eine Lederweste, und natürlich sieht er wieder wie ein affektierter, blitzgeölter Kajal-Teufel aus. Deswegen liebt ihn die Welt so, deshalb liebt Berlin ihn so. Der Mann, der vor 17 Jahren fast gestorben wäre, nach einer Überdosis Drogen zwei Minuten klinisch tot war, ist immer noch da. „Ich schwebte direkt unter der Decke und konnte genau beobachten, was unter mir passierte“, sagte er dazu vor ein paar Wochen.

Und Depeche Mode sind für immer im Untergrund der Nacht, obwohl sie schon mehr als 100 Millionen Platten verkauft haben.

„Personal Jesus“ oder „Black Celebration“ – 2011 hielt der Papst eine katholische Messe im Olympiastadion, 2013 feiern Depeche Mode eine schwarze. Und ganz Berlin macht mit.