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Der neue Mietspiegel für Berlin: Hier wird Wohnen teurer

Besonders Altbauwohnungen sind betroffen. Aktuelle Durchschnittsmiete liegt bei 5,54 Euro pro Quadratmeter. Mietanstieg um rund sechs Prozent

Laut dem neuen Mietspiegel für Berlin sind in den vergangenen zwei Jahren vor allem die Wohnungen in den einfachen Wohnlagen teurer geworden. Dort stiegen die Mietpreise um 4,5 Prozent im Jahr. Besonders betroffen sind zudem die Altbauwohnungen, die bis 1918 bezugsfertig wurden, und die Nachkriegsbauten der Jahrgänge 1965–1972. Hier stiegen die Oberwerte gegenüber dem Mietspiegel 2011 um bis zu 25 Prozent an.

Insgesamt sind die Mieten in Berlin in den vergangenen zwei Jahren um 6,3 Prozent gestiegen. Der offizielle Mietspiegel 2013, den Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) am Donnerstag vorstellte, weist als durchschnittliche Berliner Kaltmiete einen Quadratmeterpreis von 5,54 Euro pro Monat aus. 2011 waren es noch 33Cent je Quadratmeter weniger. „Trotz eines zunehmend angespannten Wohnungsmarktes aufgrund von Wachstum und der anhaltenden Attraktivität Berlins sind die Mieterhöhungen gegenüber dem bisherigen Mietspiegel 2011 moderat ausgefallen“, sagte Müller. Der Anstieg der ortsüblichen Vergleichsmiete falle geringer aus als beim letzten Mietspiegel 2011. „Der Senat wird auch weiterhin alles tun, um mit der Strategie ‚Wohnen in Berlin‘ den Wohnungsmarkt zu entspannen“, so Müller weiter.

Steigerung ist „moderat“

Der Mietspiegel soll Mietern und Vermietern von 1,2 Millionen Wohnungen in Berlin verlässliche und rechtssichere Angaben zu den sogenannten ortsüblichen Vergleichsmieten liefern. Nicht erfasst werden dabei die Wohnungen aus dem sozialen Wohnungsbau, für die eine Mietpreisbindung besteht. Für den neuen Mietspiegel wurden mehr als 4000Mietverträge in der Stadt ausgewertet, die in den vergangenen vier Jahren entweder neu abgeschlossen wurden oder in denen Vertragskonditionen, etwa durch Mieterhöhungen, registriert wurden.

Die aktuellen Mietsteigerungen sind nach den Angaben aus dem offiziellen Mietspiegel mit durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr zuletzt deutlich langsamer gestiegen als noch in den Vorjahren 2009 bis 2011. Damals betrug die Steigerung knapp vier Prozent im Jahr. Während die Verbände der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft die Mietenentwicklung so wie der Senator als „moderat“ einstuften, werteten Mietervereinigungen die Ergebnisse als alarmierend. Sie verweisen darauf, dass die Steigerung zwar niedriger ausgefallen sei als in den zwei Jahren zuvor – aber immer noch viel höher als in den Jahren 2007 bis 2009, als die Steigerung lediglich 0,8Prozent betragen habe. Problematisch für Berliner mit niedrigen Einkommen sei zudem, dass zwar die Summe der Mieterhöhungen abgenommen habe. „Aber besonders die Wohnungen, die bislang zu den preiswerten gehörten, haben sich überdurchschnittlich verteuert“, so der Chef des Berliner Mietervereins (BMV), Reiner Wild.