Medizin

Forscher klonen menschlichen Embryo

Zellen wären lebensfähig gewesen. Experiment nach sieben Tagen beendet

Zum ersten Mal ist es Wissenschaftlern tatsächlich gelungen, menschliche Zellen zu klonen und genetisch identische Embryonen herzustellen. Was den Forschern im Stammzelllabor der Oregon Health and Science University gelang, ist nicht nur ein wissenschaftlicher Durchbruch, sondern eröffnet faktisch auch die ethisch höchst problematische Möglichkeit Menschen zu kopieren. Das was vor gut 15 Jahren mit dem Klonschaf Dolly glückte, funktioniert nun auch mit Menschen, berichten die Wissenschaftler in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift „Cell“. Ausgangspunkt waren Hautzellen von Kindern gewesen, in denen wie in allen Zellen eines menschlichen Körpers die vollständige Erbinformation (DNA) enthalten ist. Kerne dieser Zellen wurden von dem Wissenschaftlerteam um Shoukhrat Mitalipov in Spender-Eizellen verpflanzt und in Kulturschalen mit Nährflüssigkeit Embryonen gewonnen.

Diese wären lebensfähig gewesen, wenn man das Experiment nicht nach sieben Tagen abgebrochen hätte. Zu diesem Zeitpunkt bestanden die Embryonen aus 150 Zellen. Tatsächlich ging es nicht darum, menschliche Klone zu erschaffen – aus diesem Embryo hätte sich ja ein Baby entwickelt, das genetisch identisch zu jenem Kind ist, dem die Hautzelle entnommen worden war.

Bei dem Forschungsprojekt ging es darum, menschliches Gewebe und letztlich sogar Organe zu gewinnen, um kranken Kindern zu helfen. Aber auch dieses sogenannte therapeutische Klonen wirft große ethische Fragen auf und wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Nur diskutierte man bislang im abstrakten Raum. Jetzt haben Wissenschaftler demonstriert, dass sich Menschen tatsächlich klonen lassen.