Kriminalität

War Hoeneß’ Name auf der Steuer-CD?

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Ermittler dementieren die Nachricht. EKD-Ratsvorsitzende zeigt Mitleid

In der Steueraffäre Uli Hoeneß wächst der Druck auf den Boss des FC Bayern München. Die Ermittlungsbehörden dementierten zwar einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“, der Name des 61-Jährigen tauche auf einer Steuer-CD auf, die das Land Nordrhein-Westfalen im August 2012 angekauft hatte. Trotzdem blieb der Fall Hoeneß in den Schlagzeilen und rief zahlreiche Reaktionen aus Politik und Wirtschaft hervor. Ebenfalls brisant: Laut Informationen des „Spiegel“ habe Uli Hoeneß seine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erst erstellen lassen, nachdem seine Schweizer Bank ihm von den „Stern“-Recherchen berichtete.

Einige Mitglieder des neunköpfigen Bayern-Aufsichtsrats, der heute tagt, wollen Hoeneß wohl überzeugen, sein Amt zumindest ruhen zu lassen. Sie befürchten, die Steueraffäre des angeschlagenen Aufsichtsratschefs könnte bald zu ihrem eigenen Problem werden und wollen auf Drängen von Aktionärsschützern mögliche Imageschäden von ihren Konzernen fernhalten. Drei Tage vor Bayerns Halbfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Barcelona kam der neue „Focus“-Bericht für den Vereins-Patron zur Unzeit. Das Magazin hatte berichtet, die Bochumer Ermittler hätten Hoeneß-Daten von der Steuer-CD an die Staatsanwaltschaft in München weitergeleitet, die bayerische Justiz sei somit bereits im vergangenen Sommer informiert gewesen. Die Staatsanwaltschaft Bochum erklärte: „Das trifft nicht zu. Auf der Steuer-CD, die die Staatsanwaltschaft Bochum bearbeitet, findet sich der Name Hoeneß nicht.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, warnt indes vor der öffentlichen „Zerstörung“ der Person von Uli Hoeneß. „Auch ein prominenter Täter darf nicht als Person zerstört werden“, sagte er der „Bild“. Auf die Frage, ob er Mitleid mit Hoeneß habe, antwortete Schneider: „Ja, schon. Und mit der Bibel sage ich: Wir müssen zwischen Tat und Täter trennen. Das heißt aber nicht ‚Schwamm drüber‘, sondern zielt darauf, unrechtes Verhalten klar zu benennen.“