Frühkritik

Ehrlicher Jubel für den „Fliegenden Holländer“

Philipp Stölzl ist eine raffinierte, bilderstarke Inszenierung vom „Fliegenden Holländer“ am Schiller-Theater gelungen.

Er verlegt die Handlung kurzerhand in die Lebenszeit Richard Wagners, als die gutbürgerlichen Mädchen noch halluzinierten vor Unglück. In seiner Senta brodelt es schon während der Ouvertüre, während sie in der heimischen Bibliothek das gespenstische Buch liest. Irgendwann erscheint er, der Langersehnte. Aber es ist ein alter Mann, an den ihr Vater sie verscherbelt hat. In ihrer Traumvision, die fast filmisch herüberkommt, mordet sie die Männer und sich selbst. Urgewaltig erscheint der düster ausgesungene Holländer von Michael Volle. Am Pult der Staatskapelle steht Daniel Harding, der leider nicht alle Tempi im Griff hat. Ein Abend für Auge und Ohr, es gibt ehrlichen Jubel.

Die ausführliche Kritik erscheint morgen.