Tarifkonflikt

Streik kostet Lufthansa 20 Millionen Euro

Fast gesamter Flugbetrieb des Konzerns lahmgelegt. 73 Flüge in Berlin betroffen

Bei der Lufthansa hat ein Warnstreik der Gewerkschaft Ver.di den Flugbetrieb am Montag fast komplett lahmgelegt. Rund 12.000 Beschäftigte am Boden legten ab dem frühen Morgen die Arbeit nieder, wie eine Ver.di-Sprecherin sagte. Deutschlands größte Fluggesellschaft strich deshalb fast alle ihrer knapp 1800 geplanten Flüge. Betroffen waren 150.000 Fluggäste.

Ver.di hatte am vergangenen Freitag zu dem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, um in den laufenden Tarifverhandlungen Druck zu machen. Die Lufthansa habe in der dritten Runde am Mittwoch „kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt“. Das Unternehmen kritisierte den Streik als unverhältnismäßig. Am Dienstag will die Lufthansa zu ihrem normalen Flugplan zurückkehren. Die noch streikbedingten Ausfälle werde man an einer Hand abzählen können, sagte am Montagabend ein Lufthansa-Sprecher. In einigen wenigen Fällen seien die Umläufe gestört. Am Montag hat Lufthansa nach eigenen Angaben einen Verlust von rund 20 Millionen Euro erlitten.

In Berlin schätzte Ver.di die Beteiligung am Warnstreik als sehr hoch ein. Zum Streik aufgerufen waren hier etwa 180 Beschäftigte des Boden- und Kabinenpersonals. 73 Starts und Landungen seien in Berlin abgesagt worden, sagte Flughafensprecher Lars Wagner. Die Gewerkschaft fordert 5,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und Jobgarantien für rund 33.000Techniker und Serviceleute.