Ermittlungsstand

Boston-Anschlag: US-Behörden streiten Festnahme ab

Verwirrung um einen möglichen Durchbruch bei den Ermittlungen zum Bombenanschlag auf den Boston-Marathon: Die US-Behörden dementierten am späten Mittwochabend einen Bericht des Nachrichtensenders CNN, wonach ein Verdächtiger gefasst worden sei. Mehrere US-Medien meldeten allerdings, dass die Ermittler einen Mann identifiziert hätten, der im Zusammenhang mit der Attacke vom Montag stehen könnte.

„Trotz anderslautender Berichte hat es keine Festnahme zu dem Marathon-Anschlag gegeben“, teilte die Bostoner Polizei über Twitter mit. Auch die Bundespolizei FBI widersprach den Berichten. Die Ermittler waren zuletzt mehr als 2000 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Zwei Explosionen hatten am Montag den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet und mehr als 180 verletzt. Nach Angaben des FBI wurden bei der Attacke selbst gebaute Sprengsätze verwendet, die in schwarzen Nylontaschen oder Rucksäcken verstaut gewesen sein sollen.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass ein an US-Präsident Barack Obama adressierter Brief das tödliche Gift Rizin enthalten hat. Das ergab eine Untersuchung des Umschlags, teilte das FBI mit. Der Brief sei bereits am Dienstag außerhalb des Weißen Hauses abgefangen worden, hieß es weiter. Ebenfalls am Dienstag wurde ein Brief mit Spuren von Rizin an den republikanischen Senator Roger Wicker in einer Poststelle entdeckt. Beide Briefe seien aus der Stadt Memphis, Tennessee verschickt worden, berichtete CNN. Ersten Ermittlungen der Bundespolizei zufolge gibt es jedoch keine Verbindungen zum jüngsten Terroranschlag beim Marathon in Boston.