Reise

Ärger in der Warteschlange

Touristen meiden inzwischen die USA, weil die Einreisekontrollen stundenlang dauern

Fast zwei Drittel der Reisenden sind frustriert angesichts langer Warteschlangen bei der Einreise. 43 Prozent derjenigen, die schon mal dort waren, würden ihren Freunden und Verwandten empfehlen, dieses Land wegen des stundenlangen Wartens an den Grenzschaltern zu meiden. Die Rede ist nicht etwa vom Iran oder Nordkorea, wo niemand von stressigen Einreisekontrollen überrascht wäre. Nein, es geht um eines der beliebtesten Reiseziele der Welt: die USA. Die erschreckend negativen Zahlen brachte jüngst eine Umfrage des Reiseverbands US Travel Association unter 1200 Deutschen, Briten, Franzosen, Japanern, Brasilianern und Chinesen zutage. Der US-Reiseverband fordert deshalb mehr und besser qualifiziertes Personal, um die Wartezeit für internationale Passagiere auf 30 Minuten zu begrenzen. Und er warnt: Wenn tatsächlich so viele Reisende den USA den Rücken kehrten, würden dem Land 95 Milliarden US-Dollar an Einnahmen entgehen. Doch die amerikanischen Behörden sind aufgrund des aktuellen US-Sparhaushalts zu weiteren Ausgabenkürzungen verpflichtet. Jüngst zeigte sich Jürgen Weber, Aufsichtsratschef der Lufthansa, sehr verärgert. Er beklagte, dass man bei der Einreise in die USA mehr als zwei Stunden anstehen müsse, am Flughafen New York La Guardia habe er Warteschlangen von mehreren Hundert Metern gesehen. „Wir müssen unsere Kunden davor schützen“, sagte Weber.