Justiz

Merkel interveniert im Fall Jonny K.

Flüchtiger Täter: Justizsenator Heilmann schaltet Kanzlerin ein

Im Fall des am Alexanderplatz zu Tode getretenen Jonny K. sind die türkischen Ermittlungen gegen den einzig noch flüchtigen Täter, Onur U., nach einer Intervention von Bundeskanzlerin Angela Merkel(CDU) in Gang gekommen. Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte die Kanzlerin darum gebeten. „Flucht darf sich nicht lohnen, Täter gehören vor Gericht“, sagte Heilmann der Berliner Morgenpost. „Deshalb habe ich die Kanzlerin eingeschaltet.“ Merkel sprach daraufhin bei ihrem Treffen mit dem türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan am 25. Februar in Ankara den Fall an und drängte die Türken, gegen den in die Türkei geflüchteten Tatverdächtigen zu ermitteln.

Die Justiz sei für die Opfer da, begründete Heilmann seine Initiative bei Merkel. „Ich bin ziemlich sicher, Onur U. kommt bald vor Gericht“, so der Justizsenator weiter. Der mutmaßliche Haupttäter, Onur U., war nach der Tat in die Türkei geflüchtet. Da der 19-Jährige neben der deutschen Staatsangehörigkeit auch über eine türkische verfügt, konnte Berlin kein Auslieferungsverfahren beantragen.

Im vergangenen Oktober war am Alexanderplatz der 20 Jahre alte Schüler Jonny K. totgeprügelt worden. Die fünf Täter konnten von der Polizei ermittelt werden, vier von ihnen wurden in Berlin verhaftet, nach dem sie sich teilweise selbst gestellt hatten. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die vier Tatverdächtigen Anklage erhoben, der Prozess soll im Mai beginnen.

Am gestrigen Sonntag wäre Jonny K. 21 Jahre alt geworden. Seine Schwester Tina organisierte deshalb ein Benefizkonzert im Admiralspalast an der Friedrichstraße. Mit den Einnahmen des Abends sollen Musik- und Sportprojekte unterstützt werden, die sich gegen Jugendgewalt engagieren.