Personalie

Nach der Rettung: Zyperns Finanzminister zurückgetreten

Nach dem Beinahe-Bankrott Zyperns hat auf dem Inselstaat die politische Aufarbeitung der Krise begonnen.

Der zyprische Finanzminister Michalis Sarris reichte am Dienstag seinen Rücktritt ein, weil er vor seinem Amtsantritt Chef der Pleitebank Laiki war. Eine neue Kommission, bestehend aus drei Richtern, untersucht ab sofort die Ursachen für Zyperns Schuldendebakel – und prüft auf Geheiß von Präsident Nikos Anastasiades auch Vorwürfe gegen dessen eigene Familie. Die Laiki-Bank soll im Zuge der Umstrukturierung des zyprischen Bankensektors abgewickelt werden. Die fatale Lage der zweitgrößten Bank des Inselstaats gilt als eine der Ursachen für Zyperns nur knapp abgewendete Pleite. Zyprische Medien berichteten, in der turbulenten Schlussphase der Verhandlungen über ein internationales Hilfsprogramm für Zypern seien aufgrund von Warnungen große Geldmengen von zyprischen Banken abgezogen worden, bevor der Geldverkehr eingefroren und Guthaben über 100.000 Euro mit einer Zwangsabgabe belegt wurden.