Forschung

Roter Kopf und kleine Ohren

Wissenschaftler entdecken auf Madagaskar zwei neue Lemurenarten

Die Erde ist offiziell um zwei Primatenarten reicher. Es handelt sich dabei um Mausmakis, die zu den Lemuren gerechnet werden. Sie wurden bereits 2003 und 2007 in den Wäldern Madagaskars entdeckt. Professor Peter Kappeler vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen stellte die Neulinge gemeinsam mit Forschern der Universitäten von Kentucky und Antananarivo im „International Journal of Primatology“ vor. Sie erhielten die Namen Microcebus tanosi und Microcebus marohita , sind rund 70 Gramm schwer und haben ein grau-braunes Fell. Damit ist die Zahl bekannter Mausmaki-Arten jetzt auf 20 angestiegen. Sie alle leben ausschließlich auf Madagaskar. Microcebus tanosi ist nach Angaben der Wissenschaftler größer als andere Mausmakis und zeichnet sich durch einen roten Kopf aus. Noch größer ist allerdings Microcebus marohita , der größte aller bislang bekannten Mausmakis. Auffällig sind bei ihm die im Vergleich zu anderen Makis vergleichsweise kleinen Ohren. Microcebus marohita wurde mithin auch nach jenem Wald namens Marohita benannt, in dem er entdeckt worden war. Als die Forscher im vergangenen Jahr dorthin zurückkehrten, um weitere Feldstudien zu betreiben, mussten sie feststellen, dass zwischenzeitlich ein großer Teil des Waldes durch Brandrodung verschwunden war. Angesichts dieser Beobachtung wurde der Microcebus marohita, noch bevor er jetzt offiziell als eigene Tierart anerkannt ist, auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten gesetzt. Nach Angaben der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) sind die Lemuren die am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten.