Hubschrauber-Absturz

Tödliches Ende einer Polizeiübung

Kollision der Helikopter in dichtem Schneetreiben. Mehrere Beamte schwer verletzt. Innenminister kündigt Untersuchung an

Bei einem Hubschrauberabsturz am Olympiastadion ist ein Polizeibeamter ums Leben gekommen. Mindestens vier weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Katastrophe passierte am Donnerstagvormittag während einer Großübung der Bundespolizei. Nach bisherigen Erkenntnissen stießen bei dichtem Schneegestöber zwei Helikopter auf dem Maifeld zusammen. Beide Maschinen wurde bei dem Zusammenstoß völlig zerstört, der Pilot starb noch an der Unfallstelle.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wollten drei Hubschrauber unmittelbar hintereinander auf dem Maifeld landen. Der ersten Maschine gelang dies problemlos, auch der zweite unmittelbar folgende Helikopter konnte noch ohne Zwischenfall aufsetzen. Dabei wurde durch die Rotoren aber offenbar soviel Schnee aufgewirbelt, dass dem Piloten der dritten Maschine die Sicht völlig versperrt war. So kam es zur Katastrophe, bei der der zuletzt anfliegende Hubschrauber auf die unmittelbar davor gelandete Maschine krachte. Augenzeugen sprachen von einer heftigen Explosion und einem ohrenbetäubenden Krachen. Nach Angaben des Sprechers der Berliner Polizei, Stephan Redlich, wurden zwei Beamte schwer, zwei weitere „mittelschwer“ und eine bislang noch unbekannte Anzahl weiterer Beamter leicht verletzt.

Eine Ermittlungsgruppe der Bundespolizei hat inzwischen die Untersuchungen zur Unfallursache aufgenommen. Auch Experten des Luftfahrtbundesamtes trafen am Nachmittag in Berlin ein. Routinemäßig ist auch eine Mordkommission der Berliner Polizei eingeschaltet. Mit einem konkreten Ergebnis ist allerdings erst in einigen Tagen zu rechnen. Bereits kurz nach der dramatischen Kollision traf Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich (CSU) am Unfallort ein. Die Untersuchungen des Vorfalls hätten begonnen, seine ersten Gedanken würden allerdings den Hinterbliebenen des getöteten Beamten gelten, sagte der Minister. „Wir haben einen toten Polizisten zu beklagen und sind bei den Angehörigen“, sagte der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann. Auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) eilte am Donnerstagvormittag zum Unfallort. „Dieser tragische Unfall macht uns alle sehr betroffen. Berlin trauert um den toten Polizeibeamten“, erklärte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

An der bereits seit längerem geplanten Großübung nahmen mehr als 400 Bundespolizisten teil. Simuliert werden sollten Einsätze gegen Fußballhooligans. Im Rahmen der Übung sollten die Hubschrauber Einsatzkräfte transportieren. Wie viele Beamte zum Zeitpunkt der Kollision an Bord waren, blieb zunächst unklar. Viele Beamte waren von dem Geschehen geschockt.

Die Feuerwehr war bereits kurz nach dem Unfall mit einem Großaufgebot vor Ort, darunter Spezialkräfte, Rettungssanitäter und Notärzte. Verletzte Beamte wurden am Unfallort behandelt, die Schwerverletzten in Krankenhäuser gebracht.

Nach der tödlichen Kollision wurden kritische Stimmen laut, die die Zulässigkeit von schwierigen Flugmanövern bei schlechten Witterungsbedingungen in Frage stellten. Auch dies werde bei den Untersuchungen eine Rolle spielen, man wolle sich zu diesem frühen Zeitpunkt aber nicht an Spekulationen und voreiligen Schuldzuweisungen beteiligen, sagte ein Bundespolizeisprecher.

Zum Unfallhergang sagte der zweite Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Hans-Joachim Zastrow, dem Sender n-tv, er sei sicher, dass es keinen Verstoß gegen Regeln gegeben habe. „Sie können absolut sicher sein, dass die Bundespolizei Einsätze mit Hubschraubern nur fliegt, wenn die Sicherheit gewährleistet ist.“ Die Deutsche Polizeigewerkschaft hält Übungen auch unter schlechten Bedingungen für notwendig. Hubschraubereinsätze gegen Fußball-Hooligans müssten bei jedem Wetter geprobt werden, weil auch Fußballspiele bei fast jedem Wetter stattfänden.