Wirtschaft

Aufsichtsratschef Cromme verlässt ThyssenKrupp

Der einflussreiche Aufsichtsratsvorsitzende von ThyssenKrupp, Gerhard Cromme, kehrt dem kriselnden Stahlkonzern nach Jahrzehnten den Rücken.

Cromme lege nicht nur sein Amt als Aufsichtsratschef nieder, sondern auch seine Posten als Vizevorsitzender im Kuratorium der mächtigen Krupp-Stiftung, teilte das Unternehmen am Freitag in Essen mit. Cromme erklärte, er wolle einen „personellen Neuanfang ermöglichen“. Der Schritt Crommes kam überraschend. Aktionärsvertreter hatten bereits zur Hauptversammlung ThyssenKrupps im Januar den Rücktritt Crommes gefordert. Das Unternehmen hatte für das vergangene Geschäftsjahr Milliardenverluste einräumen müssen, deren Hauptursache die Stahlwerke in Übersee waren. Hinzu kamen Enthüllungen zur Beteiligung ThyssenKrupps an einem Schienenhersteller-Kartell. Cromme ist seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender und legt das Amt zum 31. März nieder. Der scheidende Aufsichtsratschef erklärte, er wünsche ThyssenKrupp, dass das Unternehmen „gestärkt“ aus der Krise hervorgehe.